Im Notizblog
Im Blickfeld
Im Blickfeld
Im Blickfeld
Im Blickfeld
Im Blickfeld
Krieg durch Hetze
Moskau, 19.6.2014


„Wenn Russland in die Ukraine nicht solche Flüsse von Lüge und Hass liefern würde, hätte dort im Osten nie ein Krieg begonnen. Kämpfer und Waffen – die sind natürlich ein sehr wichtiger Import-Posten – aber trotzdem – sie sind nur zweitrangig.
Das Wichtigste ist die Goebbels´sche Propaganda.

(Die Separatisten-Führer) Strelkow und Besler konnten nur auftauchen und die Verwaltungsgebäude besetzen, weil das Fernsehen die Leute mit dem „Rechten Sektor“ aufgehetzt hatte – der, so hieß es, werde jetzt nach dem Majdan mit Sicherheit kommen und alle Russen aufschlitzen. Ohne das wären die „grünen Männer“ (wie die Separatisten genannt werden) nicht möglich.

Ohne dieses Aufhetzen – hätten die Menschen in Donezk etwas unternommen? Hätten sie selbst Sabotage-Gruppen gegründet, mit Maschinenpistolen in der Hand Verwaltungsgebäude besetzt, Polizei- und Militärgebäude zerstört, dort Waffen erobert und mit denen in der Hand Grenzposten und Flughäfen gestürmt?

Die Antwort ist m.E. offensichtlich: Nein.

Flughäfen und Grenzposten passen auch gar nicht in diese Logik – die Logik der Verteidigung vom „Rechten Sektor“. Das ist völlig übertrieben. Das ist absolut offensichtlich.

Ja, Unmut und Angst vor dem Westen gab es im Osten wirklich. Und sogar recht massiv. Aber mit Flaggen „Russland, Russland“ zu schreien – das ist das eine. Granatwerfer in die Hand zu nehmen, Panzerwagen anzuzünden und selbst zu sterben – das etwas ganz anderes.

Diesen Krieg hat nur und ausschließlich die Goebbels´sche Propaganda entfacht. Nichts anderes.

Und wenn es eine Möglichkeit gebe, den Fluss dieser Propaganda zu stoppen, würde der Krieg von alleine enden.
Dort, wo es gelungen ist, den Export dieser Goebbels´sche Propaganda nicht zuzulassen – dort hat auch kein Krieg begonnen.
Dnipropetrowsk ist die Stadt in der Ukraine, wo am meisten Menschen russisch sprechen. Ukrainisch wird dort kaum gesprochen. Wenn man es ein paar Mal am Tag hört, ist das schon viel. Es ist ein völlig russisches Gebiet. Und wie laut wurde dort geschrieben über die verfluchten Benderowzy (für Russen ein Synonym für Faschisten). Wie wurden dort Aktivisten verprügelt und Madian-Demonstranten verjagt.

Und was passiert dort jetzt?

Heute werden Sie in der Ukraine keine patriotischere Region finden, als Dnipropetrowsk. Die Flagge der Ukraine hängt dort an jedem zweiten Auto. Warum? Weil dort der Export der russischen Propaganda und der Sabotage-Gruppen verhindert wurde.
Nach Isjum zu fahren war Ende April noch angsteinflößend. Die Stadt war die nächste auf der Liste. Dort waren alle für Russland und Strelkow. Ich war dort zwei Stunden, und habe kapiert, dass ich das Weite suchen muss. Dann, Ende Mai, war es eine völlig andere Stadt! Völlig! Nachts konnte ich ganz ruhig spazieren gehen. Nur 40 Kilometer von Slawjansk entfernt.
In Barwenkowo – das Gleiche.  Und das nicht mal 20 Kiloemter von Slawjansk entfernt.  In Krestischtsche – das Gleiche.  Und das grenzt direkt an Slawjansk. Und so ist es überall.

Dort, wo Russland nicht hinkam, dort ist heute alles in Ordnung.

Und die Scheiße hat begonnen – und wird am Kochen erhalten, und zwar KÜNSTLICH – Ausschließlich dort, wo Russland hinkam.

Das ist die ganze Geschichte.

ENDE

Im Rahmen des Projekts „Journalisten ohne Vermittler“ bitte ich, wie üblich, alle, so viel, wie sie für angebracht halten, mir zu überweisen – es folgen die russischen Bankangaben, zu finden im russischen Original (u.a.: paypal: babchenkoa1@gmail.com)
 
Original: https://www.facebook.com/babchenkoa/posts/505020909598147
 

Im Borschtsch
In Pello
In Igors Prisma
In Farbe
Im Profil