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Putin gewährt Fabriken Asyl
Moskau, 27.8.2014


Die Information über die "Demontage" stammt nicht aus Ukrainischen Quellen, sondern aus dem russischen staatlichen Nachrichtensenders Rossija 24.

Der Sprecher: "Die schwierige Entscheidung, die Produktion nach Russland zu verlegen, musste (!) die Direktion treffen, nachdem die Zechen durch Artilleriebeschuss praktisch fast zerstört wurden." Die Frage: Wenn sie praktisch fast zerstört wurden - warum wird sie dann nach Russland verlegt (siehe Bilder)? Der Beitrag widerlegt dann selbst die Lügen des Ansagers: "Zentimeter für Zentimeter bewegen die Arbeiter eine Anlage für hochgenaue Metallarbeit, sie bestätigen, dass sie schon am Freitag angeschossen wird." Es ist zu sehen, wie etwa eine moderne Steueranlage eingebaut wird und eine Anlage für "hochgenaue Metallarbeit". Die Anlagen hätten "praktisch unter Kugelbeschuss" weggebracht werden müssen. Viele Mitarbeiter seien mitgekommen und hätten auch die russische Staatsbürgerschaft angenommen.

In der Nachrichten-Zeile zu dem Beitrag ist zu sehen: "Präsident Putin wird alles tun, für den Friedensprozess in der Ukraine."

Die Ostukraine gilt als Rüstungsschmiede, die Betriebe dort stellen wichtige Bauteile her für die russische Waffenindustrie; viele Raketen, Panzner, Schiffe, Hubschrauber und andere Militärtechnik wären ohne diese Bauteile nicht einsatzfähig. Wladimir Putins Pläne für eine Hochrüstung Russlands hängen deshalb ganz entscheidend vom Zugriff auf die ostukrainische Rüstungsindustrie ab. (Eine hochinteressante Info-Graphik dazu: http://tinyurl.com/waffenostu)

Die Maschinenbau-Fabrik von Luhansk ist m.W. kein Rüstungsbetrieb - aber andernfalls würde auch kaum das russische Fernsehen offiziell von dem "Umzug" berichten.

Probleme macht offenbar die überbordende russische Bürokratie: Teile der Ausrüstung seien "hängengeblieben" in einem Zoll-Lager im russischen Donezk, berichtet die Sprecherin (auch in Russland gibt es eine Stadt mit dem Namen Donezk).

Seltsam vor diesem Hintergrund ist eine Erklärung des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats von gestern: Der russische Hilfskonvoi, der am Wochenende aus der ostukrainischen Kriegsstadt Luhansk zurückgekehrt ist, soll demnach keine betrieblichen Ausrüstungen aus Lugansker Fabriken nach Russland verbracht haben - eine Aussage, die vorherigen Aussagen des russischen Geheimdiensts widerspricht. Der Zeitraum für die Demontage der Luhansker Fabrik, der in dem Film angesprochen wird, würde - wenn er authentisch sein sollte - auch für einen deutlich früheren Abtransport der Fabrik sprechen.

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O-Ton Moskau - russische Propaganda im Original
Putins Demokratur - Einbliche in einer gesteuerte "Demokratie"
Russki Extrem - Wie ich lernte, Russland zu lieben - Alltag in Moskau

Kommentar von Björn Voigt: Ich versuche mal, etwas positives in der Nachricht zu finden.
Also wenn Russland Fabriken in Lugansk abbaut, dann sind sie nicht so sicher, dass sie die Fabriken, die momentan unter (pro-)russischer Kontrolle sind, behalten dürfen.
Allerdings zeigen die (vergleichbaren) Reparaturleistungen der DDR nach dem zweiten Weltkrieg, dass es auch anders gemeint sein kann.

Video (russisch): Quelle: http://www.vesti.ru/only_video.html?vid=616686
http://www.rosbalt.ru/ukraina/2014/08/27/1308367.html





 

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