Kreml droht mit WM-Boykott


In Moskau wird unter Hochdruck an Plänen für einen Boykott der in zwei Monaten startenden Fussball-Weltmeisterschaft gearbeitet. Wie von gewöhnlich gut unterrichteten Kreml-Greisen zu erfahren war, hat Außenminister Lawrow in vertraulichen Gesprächen bereits seine Kollegen in den westlichen Hauptstädten informiert. Demzufolge wird Russland den Nationalmannschaften von Ländern, die russische Diplomaten ausgewiesen haben, Visa für die Einreise in das Land verweigern.

"Das ist ein proportionale Antwort auf die Provokationen des Westens, der selbst Skripal in Salisbury vergiftet hat und uns das jetzt in die Schuhe schiebt", sagte der Außenminister Lawrow

in einem vertraulichen Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD): "Wenn Ihr glaubt, Ihr könnt uns zum Deppen machen, habt Ihr sie nicht alle! Ihr schmeißt unsere Diplomaten raus, wir Eure Fussballer! Die letzte Chance ist, dass Ihr sofort alle unsere Geheimdienstler wieder zurück lasst".

Fußballverband unterstützt Putin

Die FIFA hat nach einem Krisentreffen Verständnis für die russische Position geäußert. Die Provokation des Westens habe nicht unbeantwortet bleiben können, sagte FIFA-Chef Gianni Infantino nach einem Krisentreffen im Kreise von Vertrauten. Als Nachrücker für die boykottieren Nationalmannschaften u.a. von Deutschland, Spanien, England, Frankreich, Belgien etc. sollen u.a. Zypern, Griechenland, Weißrussland, Nordkorea, Bangladesch, Aserbaidschan, Usbekistan, Armenien, Turkmenistan, Venezuala und Simbabwe nachrücken.

Infantino: "Klar ist das nicht ideal. Aber andererseits muss man doch auch das Positive sehen! Es ist sportlich fair, wenn endlich mal andere Länder, kleinere zum Zuge kommen und nicht immer nur die großen!" Um Russland entgegen zu kommen, kündigte Infantino als "Geste des Friedens" an, die Dopingkontrollen bei der WM auszusetzen.

In Deutschland waren durchweg positive Reaktionen auf die Pläne für den WM-Rekord zu hören.

"Wladimir hatte keine andere Chance, und das ist Notwehr, an allem ist der Westen schuld", sagte Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder der Nachrichtenagentur dpa: "Gerüchte, wonach der früher selbst als

Fussballer aktive Schröder (Spitzname: Acker) als Schiedsrichter bei der WM zum Einsatz kommt, wollte er nicht bestätigen: "Ich sage gar nichts. Nur so viel: Ich bin für alles zu haben!"

Schröder soll Chef eines WM-Unterstützungs-Komitees werden, dem unter anderem angehören werden: Die italienischen Ex-Premiers Prodi und Berlusconi, Österreichs Ex-Kanzler Gusenbauer, Ex-Außenminister Sigmar Gabriel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Gabriele Krone-Schmalz sowie der ungarische Premier Orban und der tschechische Präsident Zeman.

Russland-Expertin mahnt zu Selbstkritik

Die Russland-Expertin Gabriele Krone-Schmalz sagte bei Maischberger, Anne Will, Hart aber Fair, Markus Lanz sowie in der Phoenix-Runde und im Presseclub: "Ich weiß gar nicht, warum sich manche Russlandfeinde da jetzt so aufregen, der Westen macht das doch schon seit Jahrzehnten! Nur bei dem armen Putin wird alles schlecht geredet! Man muss ihn verstehen. Dann versteht man auch: Wir sind das Problem, nicht Russland!"

Ex-Ministerpräsident Platzeck sagte im ZDF: "Ich finde diesen Schritt richtig und gut. Putin muss endlich einmal den anderen zeigen, dass er nicht für alles der Sündenbock ist. Vielleicht merkt der Westen jetzt, dass er seine Politik ändern muss." "Das liegt alles daran, dass wir im Westen unser Denken vergiftet haben", sagte Ex-EU-Kommissar Günther Verheugen im Deutschlandradio: "Man kann doch nicht allen Ernstes glauben, man

könne Russland nach Strich und Faden demütigen und dann würde uns Moskau auch noch als Gastgeber für eine WM zur Verfügung stehen!"

Nachdenkliche Töne von Steinmeier

Bundespräsident Steinmeier sagte in einem ersten Statement: "Ich finde einen Boykott immer bedauernswert. Aber man muss sich in solchen Situationen auch immer ins das Gegenüber versetzen und Verständnis zeigen."

SPD-Vize Stegner appellierte in der Tagesschau an die deutsche Politik: "Wir müssen uns jetzt bei Putin entschuldigen!!! Gibt der WM eine Chance" Die Bundestagsfraktion der Linkspartei beantragte gemeinsam mit der AfD eine aktuelle Stunde im Bundestag und will dort einen Beschluss unter dem Arbeitstitel "Hände weg von Putin - Frieden mit Russland" zur Abstimmung einbringen.

FDP-Vize Kubicki erklärte bereits vorab, dass er für die Resolution stimmen werde: "Es verstößt gegen die Menschenrechte, dass Putin wegen so einer lächerlichen Vergiftung kritisiert wird. Außerdem stört das auch die russischen Oligarchen, die meine Anwaltskanzlei als Klienten hat, das ist ganz schlecht für mein Geschäft." Auch der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft forderte ein Umdenken - und ein Signal: "Wir müssen Putin jetzt zeigen, dass wir trotz des berechtigten WM-Boykotts zu ihm stehen. Es ist wichtig, dass Angela Merkel trotzdem zur Eröffnungs- und vor allem zur Siegesfeier der russischen Nationalmannschaft nach Moskau fährt."

Papst findet passende Worte

Papst Franziskus sagte: "Ich werde beten, dass es trotzdem eine gute WM wird."

Frank Beckenbauer, russischer Sport-Botschafter, kommentierte im SPIEGEL: ""Ich finde es auch sportlich fair, wenn endlich mal kleine Länder rankommen. Usbeki,,,dingsbums, Aserbaid....oder wie das gleich heißt, Turkmeni....weiß der Teufel - das sind ganz neue Fussball-Welten, die sich da auftuen. Und um mal Klartext zu reden: Wenn eine Regierung schon ehrlich besticht um eine WM in ihr Land zu bekommen dann hat sie auch das Sagen, wer mitspielt Das kann man doch nicht irgend welchen Qualifikations-Runden überlassen."

Im CICERO kommentierte der frühere Professor an der Hochschuhe der Bundeswehr Hacke: "Putin will mit dieser Entscheidung den Frieden sichern".

AfD-Chef Gauland sagte: "Ich finde die Idee super. Sie ist ja auch von mir."

In Chemnitz, Dresden, Eisenhüttenstadt und Frankfurt an der Oder kam es zu spontanen Friedensmärschen mit Plakaten wie diesen: "Hände weg von Putin!" - "NATO-Nationalmannschaften raus aus Russland!".

Donald Trump sagte auf Anfrage zu den Boykott-Plänen: "Ich habe zuverlässige, übereinstimmende Berichte von CIA, FBI und NSA, es sei ein dämlicher Aprilscherz. Aber meine Nachrichtenagenturen belügen mich ja ständig, und die Presse auch. Darum muss ich sagen: ich finde es gut, wenn Putin Stärke zeigt."

Putin-Sprecher: "Gute Idee!"

Auch Putins Sprecher Dmitri Peskow reagierte auf die Berichte: Es habe sich zwar ursprünglich in der Tat um den Aprilscherz eines russophoben Journalisten gehandelt, aber jetzt, wo die Idee erst einmal im Raum stehe, habe man Gefallen an ihr gefunden und diskutiere sie nun ernsthaft."

(C) Boris Reitschuster

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