Der Westen als Komplize?


Heute wählt die Ukraine ihren neuen Präsidenten. Serhij Leschtschenko (39),

Journalist, Abgeordneter und eines der Gesichter der Revolution von 2013/2014, erhebt schwere Vorwürfe gegen den amtierenden Staatschef und Milliardär Petro Poroschenko. Er wirft ihm vor, die Revolution verraten zu haben und mehr an sein Vermögen als an das Land zu denken. Der Westen drücke dabei die AuDer gen zu. Hier geht es zum Interview

P.S.: Ich finde es interessant, wie massiv man von vielen angefeindet wird für Beiträge, die Poroschenko kritisieren. Ich halte es nach wie vor für die Hauptaufgabe von Journalisten, den mächtigen auf die Finger zu sehen - auch wenn man den Eindruck gewinnt, dass dies unzeitgemäß ist. Egal, ob Merkel, ob Putin, ob Poroschenko oder Berlins Bürgermeister Müller - Personen, die zum Teil unterschiedlicher nicht sein könnten - als Journalist hat man sich den kritischen Blick auf sie zu bewahren. Und natürlich auch auf ihre Herausforderer, wie etwa Selenski in der Ukraine oder die Grünen in Deutschland (warum musste ich lachen in dem Moment, als ich die Grünen als "Herausforderer" bezeichnete - sie sind ja gefühlt eher Regierungspartei). Wobei ich eine ketzerische Prognose wage: Sollte Selenski, den ich sehr differenziert sehe und nicht schwarz weiß wie viele, wider Erwarten die Präsidentschaftswahl gewinnen, werden viele von denjenigen, die ihn heute verteufeln, ihn verehren und bis aufs Blut verteidigen - und ich ihn massiv kritisieren :-) In diesem Sinne - einen schönen Sonntag, und vor allem auf das Positive konzentrieren - schon allein, dass es in der Ukraine freie Wahlen gibt und der Sieger nicht vorab feststeht, ist etwas Gutes.


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