Mitlaufen und beklatschen statt berichten

Ein Gastbeitrag von Markus Vahlefeld

„News is what somebody somewhere wants to suppress, all the rest is advertising“ --- Lord Northcliffe, britischer Verleger (1865 – 1922, u.a. „Times“, „Daily Mail“, „Daily Mirror“). Auf Deutsch: Nachrichten sind das, was irgendjemand irgendwo am Erscheinen hindern will. Alles andere ist Reklame.


Die Frage, ob Journalismus je der Aufgabe nachkommen konnte, zu beschreiben, was ist, mag eine philosophische sein. Aber gar nicht mehr beschreiben zu wollen, was ist, sondern nur noch Proklamationen rauszuhauen, das empfinde ich schon als eine Neuerung des Internetzeitalters. Das mag an der ausgelaugten Politik liegen, die wenn überhaupt ihren einzigen Fehler darin sieht, "die Menschen nicht mitgenommen zu haben" und deswegen Milliarden in Agenturen und Unternehmensberatungen investiert, die genau das sicherstellen sollen. Und natürlich sind die Journalisten als Multiplikatoren die entscheidende Schnittstelle für die Agenturen und ihre Werbebotschaften. Denn nur der Journalismus kann dafür sorgen, dass sich die Menschen "wieder mitgenommen fühlen".


Es kann aber auch und zum nicht unwesentlichen Teil an den Journalisten selbst liegen, die etwas simpel im Geist lieber mitlaufen, alles beklatschen und sich gerne in den Framing*-Dienst der Herrschenden stellen. Und da wir bekanntlich im besten Deutschland aller Zeiten leben, muss natürlich auch der Journalismus das Ziel verfolgen, eben diese Aussage ständig unter das Volk zu bringen.


Heute in der WELT war mal wieder ein schönes Beispiel dafür: Deutschland wird zum Sieger des Gipfels ausgerufen. Die Logik dahinter ist unfehlbar: darf die deutsche Bundeskanzlerin all das schöne Geld, das sie sich zu verteilen vorgenommen hatte, auch ausgeben, ist Deutschland eh der Sieger des Gipfels. Wird ihre Ausgabenlust jedoch eingeschränkt, spart Deutschland ein paar Milliarden und ist noch mehr Sieger des Gipfels. Ist ja klar. Also egal wie: der Sieg ist unser. Aber nicht nur das. Es ist auch so etwas wie ein Blitzsieg. Denn der Sieg war ja gar nicht geplant, er kam auf einmal, vielleicht über Nacht, völlig überraschend und total PLÖTZLICH.


Ich finde, das ist ein tolles Gefühl und ich bin sehr dankbar: Der Kanzlerin für ihre Weisheit aus allem einen Sieg zu machen, und der Presse, die mir diese Weisheit nicht müde wird, ständig unter die Nase zu reiben. Und für dumm verkauft fühle ich mich gar nicht. Wirklich. Kein bisschen.

Markus Vahlefeld, geboren am 18. Februar 1966 in Hongkong, ist ein deutsch-britischer Buchautor und Publizist. Ich wurde auf Vahlefeld durch seine Bücher und Artikel aufmerksam; nach einem Treffen auf einer Feier bei gemeinsamen Freunden entwickelte sich ein freundschaftlicher intellektueller Austausch, den ich überaus schätze. Vahlefelds Bücher habe ich regelrecht verschlungen; sie gehören zum Besten, was über die aktuelle Situation in Deutschland zu lesen ist. Ich lege sie jedermann ans Herz. Besonders aktuell: Sein jüngstes Buch "Macht Hoch die Tür – Das System Merkel und die Spaltung Deutschlands" mit einem Vorwort von Henryk M. Broder. Mehr dazu finden Sie auf seiner Internet-Seite (https://markus-vahlefeld.de). Ich war schon lange sehr erpicht darauf, einen von Vahlefelds brillanten Texten auf meiner Seite zu haben und freue mich sehr, dass er mir die Übernahme dieses fb-Post von sich erlaubt hat.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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