Corona, der Hirtenjunge und der Wolf

Mit fast kindlicher Empörung echauffiert sich der Fernsehmoderator Oliver Pocher in einem Video, dass so viele Menschen in Deutschland die Corona-Krise nicht ernst nehmen. Diese Kritik ist nun von sehr vielen Politikern und Journalisten zu hören – oft verbunden mit Verachtung für das “dumme Volk”. Tatsächlich ist es bedenklich und gefährlich, dass immer noch viele Menschen die drohende Katastrophe auf die leichte Schulter nehmen und sich weiter so verhalten, als sei nichts geschehen.

Aber: Die Kritiker verdrängen offenbar völlig, was sie selbst für einen großen Anteil und für eine Verantwortung an diesem Phänomen der Sorglosigkeit haben. Jahrelang wurden die Menschen in diesem Land in einen Katastrophenmodus versetzt. „Ständig wurde Alarmismus und Krisenstimmung betrieben, bei der Umwelt, Klima, Hunger, Gesundheitsversorgung, Globalisierung, Migration etc.“, schreibt der Schweizer Unternehmer und Kantonsrat Claudio Schmid: „Das Vertrauen in Politik und Medien ist seit Jahren erschüttert.“

Tatsächlich verging kaum ein Tag, an dem nicht von der großen Klimakatastrophe die Rede war, ob in der Tagesschau oder bei “Heute”, ob in gedruckten Zeitungen oder solchen im Internet. Ganze Städte erklärten den „Klimanotstand“ und suggerierten den Menschen, sie befänden sich in einer Katastrophen-Situation. Genauso mit dem “Kampf gegen Rechts”, der zuweilen den Eindruck erweckt, eine faschistische Machtübernahme oder Bürgerkrieg stünden unmittelbar bevor. Ständig wurden die Menschen zudem bevormundet und ihnen oft wie kleinen Kindern vorgeschrieben, was sie zu tun haben, welches Besteck sie zu benutzen haben, wie oft sie zu fliegen haben, etc.. Immer mehr Menschen sahen aber, wie wenig sich die ständigen Katastrophen-Berichte mit ihrer Realität deckten. Und sehr viele hörten auf, die Alarmrufe und die Belehrungen von Medien und Politik ernst zu nehmen. Genau das rächt sich jetzt..

Die Situation erinnert an die Fabel „der Hirtenjunge und der Wolf“, die Äsop zugeschrieben wird. Der Junge brüllt aus Langeweile wiederholt „Wolf!“. Als Bewohner des benachbarten Dorfes ihm zu Hilfe eilen, müssen sie feststellen, dass der Junge falschen Alarm gegeben und sie so um Zeit und Kräfte betrogen hat. Als kurz darauf wirklich der Wolf kommt, und der Junge wieder schreit, nehmen die Dorfbewohner die Hilferufe nicht mehr ernst. Der Wolf frisst die ganze Herde – und in manchen Versionen der Fabel auch den Jungen.


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

Im ersten Monat hatte diese Seite mehr als eine Million Aufrufe und mehr als 300.000 Leser. Und sie hat mächtige Feinde: ARD-Chef-“Faktenfinder” Gensing hat mich verklagt, und ein bekannter linker Aktivist geht gegen reitschuster.de vor. Helfen Sie mit! Mit jedem Euro setzen Sie ein Zeichen, ärgern gebühren-gepolsterte “Haltungsjournalisten” und leisten einen Beitrag, Journalismus ohne Belehrung und ohne Ideologie zu fördern – und hunderttausendfach zu verbreiten.

1000 Dank!

Unterstützen können Sie:

Via Paypal (Link hier)

Via Banküberweisung (Boris Reitschuster, IBAN DE20 1203 0000 1007 5717 53, DKB Bank, Verwendungszweck: reitschuster.de)​

P.S.: Auf Wunsch erhalten Sie für jede Spende ab 20 Euro ein e-Book (PDF) meines ausverkauften Buches “Russki Extrem. wie ich lernte, Moskau zu lieben” oder ab 30 Euro ein Druck-Exemplar meiner “Briefe aus einem untergehenden Imperium” mit persönlicher Widmung oder wenn Sie einen entsprechenden Hinweis machen und Ihre Adresse angeben.


Bild: Pixabay

Keine Kommentare zu Corona, der Hirtenjunge und der Wolf

Kommentar schreiben