Corona-Tests: Geht Geldmache über die Gesundheit?

Gastbeitrag von Dr. med. Marius Lazar

In Zeiten von Krisen prallen normalerweise die unterschiedlichsten Meinungen heftig aufeinander. In Deutschland ist es bei Corona eher umgekehrt. Zumindest in den großen Medien. Da kommen kritische Stimmen kaum zu Wort. Die Ausgrenzung trifft nicht nur generelle Kritiker der Corona-Maßnahmen, sondern auch solche, die nur in Details nicht auf Linie sind. Ich finde es im Sinne einer breiten Debatte und der Meinungsvielfalt wichtig, unterschiedlichen Meinungen eine Plattform zu bieten. Hier ein Gastbeitrag von Dr. med. Marius Lazar aus Rumänien mit hierzulande kaum bekannten Gedanken in Sachen Corona – und einem unglaublichen Vorwurf, der gründlich untersucht werden sollte:

Es ist ermutigend zu erleben, wie hart und mit welch großer Professionalität an wirksamen Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 geforscht wird. Die Russen mit Ihrem Sputnik V Impfstoff wagen sogar Experimente am Rande der Körperverletzung. Aber natürlich wäre es die beste Lösung dieser Katastrophe, wenn zum Herbst 2020/21 bereits ein Impfstoff bereitstünde. Meinetwegen auch aus Russland, Brasilien, Indien oder Tuvalu. Hauptsache es geht voran! 

Aber Covid-19 wäre nicht Covid-19, wenn es uns alle nicht jeden Tag aufs Neue überraschen würde. Die “Lungenentzündung aus Wuhan” wurde zur Multiorganerkrankung, deren Erreger so trickreich vorgeht, dass man diesem Virus fast eine Intelligenz attestieren möchte. 

Doch läuft trotz aller Bemühungen vor unser aller Augen ein unermesslicher Fehler ab. Vor lauter Fokussierung auf einen Impfstoff wird die Entwicklung eines echten Schnelltests auf SARS-CoV-2 nur halbherzig vorangetrieben. 

Dabei wäre dieser schneller umsetzbar als ein Impfstoff und, um Dr. Anthony Fauci von der U.S. Corona Task-Force zu zitieren, ein echter ”Game-Changer”. Inzwischen fordern dies auch der Politiker und Epidemiologe Prof. Karl Lauterbach und der langjährige deutsche Regierungsberater Prof. Alexander Kekulé. Er gibt als erster zu, was hinter vorgehaltener Hand im Grunde jeder weiß: weder die Großlabore (in DE inzwischen eine riesige Industrie) noch die Impfstoffentwickler, die derzeit das Geld tonnenweise hinterhergeworfen bekommen, haben ein Interesse an dieser simplen Lösung. Nur um das klarzustellen, ich bin ein strikter Impfbefürworter, aber nicht im Hauruckverfahren, wenn es auch anders geht!

Ständig werden Schnelltests seit Ende Januar mal von dieser, dann von jener Seite angekündigt. Doch nichts geschieht. In der Labormedizin ist es aber nun einmal so, dass man entweder einen Test hat oder keinen. Reden ist irrelevant. Falsche Hoffnungen zu wecken, die Menschen hinzuhalten, ist ein unanständiges Verhalten.

Könnte man Schnelltests auf den Erreger (AK-Tests gibt es bereits) in jedem Supermarkt der Welt an der Kasse neben den Kaugummis und Schwangerschaftstests günstig erwerben und diesen täglich vor dem morgendlichen Zähneputzen anwenden, würde die Pandemie binnen 21 Tagen gleichsam austrocknen. 

Die Menschen weltweit haben in der Mehrheit Angst, zurecht. Sie wären in der übergroßen Mehrheit kooperativ. Zumal solch ein Test nichtinvasiv und schmerzfrei wäre. Auch die ökonomische Katastrophe wird immer größer, was die Compliance weiter steigen lässt. Die Menschen wissen genau: Dieser Pandemie muss mit allen denkbaren Mitteln ein Ende bereitet werden, seien sie auch noch so unkonventionell. 

Warum dabei Schnelltests eine solch untergeordnete Rolle spielen ist heute schon bemerkenswert. Aber es werden künftige Generationen sein, die sich den Kopf darüber zerbrechen werden, warum nicht ein Teil der Mittel und Manpower für die Impfstoffentwicklung in Richtung Schnelltestentwicklung umgeleitet wurde. 

Wer sich dazu in der Lage hält, einen Impfstoff gegen ein neues RNA-Virus zu entwickeln, der ist auch in der Lage einen Schnelltest auf den Markt zu bringen. Um das zu verstehen, muss man weder Biologe noch Virologe sein.

Doch offenbar ist das Denken in größeren Zusammenhängen mal wieder an zu vielen Stakeholdern vorbeigegangen, oder aber es ist der blanke Zynismus, wenn man auf einen solchen Beitrag stößt. Wer sich über die Ungenauigkeiten von Schnelltests echauffiert und Labortests pauschal als überlegen bezeichnet, der hat noch nie mit den Herstellern der großen Geräte für die Laboratorien zusammenarbeiten müssen. 

Es mag in Deutschland alles ganz fabelhaft sein, oder auch nicht. Doch seien Sie versichert, in der absoluten Mehrheit der Länder dieser Welt würde ich eher einem gut geprüften Schnelltest vertrauen als einem Labor.

Erinnern Sie sich: Was war das damals für ein Theater hinsichtlich der HIV-Schnelltests für daheim oder “draußen auf dem Feld”. Diese Tests wurden ebenfalls attackiert, als wären sie nur ein Bluff. Wir (ich war zu dieser Zeit primär in Afrika tätig) haben im Nirgendwo quasi die Tage gezählt, bis solche Tests endlich verfügbar sein würden. Der Vernunft sei Dank kamen sie dann doch, gegen alle Widerstände, und gehören heute ganz selbstverständlich zum Bestand jeder Apotheke. Diese Tests haben, vor allem in Afrika, zehntausende von Leben gerettet, wenn nicht mehr. Dessen bin ich mir fern jedes Zweifels sicher. Über die Bedenkenträger von damals schüttele ich heute noch den Kopf.

Jetzt also mitten in einer globalen Pandemie sollen Covid-19 Selbsttests schlecht oder sogar gefährlich sein? Wie realitätsfern kann man nur denken? Die Welt ist größer als die G7 mit ihren ach so wundervollen Laboren. 

Die Bedenkenträger und Zauderer würde ich gerne in Gegenwart all jener vielen Menschen sehen, die keinen Zugang zu hochpreisiger Labordiagnostik haben, zumal diese meiner Erfahrung nach auch nicht gerade bestechend verlässliche Ergebnisse liefert.

Jeder Tag Verzögerung hinsichtlich eines Covid-19-Schnellselbsttests für Jedermann wird als Kardinalfehler im Umgang mit der Covid-19 Pandemie in die Geschichtsbücher eingehen.


Dr. med. Marius Lazar, Neurologe & Psychiater:

Siebenbürger-Sachse aus Pretoria (Südafrika). Derzeit vor allem in Bukarest in seiner Privatpraxis und telemedizinisch (EU-weit) tätig. In Kanada beim Aufbau eines telemedizinischen Start-ups beratend.


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: Pixabay/Filip Filipović/Pixabay/bearbeitet/Reitschuster

Text: Gast

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