Correctiv gegen Tichy: Wenn Faktenchecker Fakten faken

Faktenchecker bzw. diejenigen, die sich so nennen, sollten es mit den Fakten besonders genau nehmen. Sollte man zumindest meinen. Verfolgt man aber die Arbeit von Organisationen wie „Correctiv“, drängt sich der Schluss auf, dass sie ihr Ziel eher darin sehen, Fakten so zurechtzubiegen, dass sie in ihr linksgrünes Weltbild passen, als sich wirklich neutral mit den Themen auseinander zu setzen.

Einer der Männer, dessen Namen im Zusammenhang mit dem „Recherchebüro“ auftaucht, ist der Gerhard-Schröder-Vertraute und Sozialdemokrat Bodo Hombach, der bis zu seinem Rückzug in der Correctiv-Ethikkommission saß. Hombach ist Vorsitzender des Vorstands der Brost-Stiftung, die Correctiv zwischen 2014 und 2016 mit mehr als drei Millionen Euro förderte. “Correctiv” wird von diversen anderen Unterstützern mit Millionen Spenden ausgestattet, etwa George Soros’ Open Society Foundation, Google, Facebook, Deutsche Telekom etc..

Mich erinnern die selbsternannten Wahrheitsfinder an kommunistische Kaderorganisationen, die dafür zuständig waren, den richtigen Blick auf die Welt durchzudrücken: Vorwärts immer, rückwärts nimmer, die Perspektive immer gleich, stramm links. Sieht man sich die „Faktenchecks“ des „Recherchebüros“ durch, fällt sofort eine völlige Einseitigkeit auf: Man bekommt dort den Eindruck, nur Nicht-Linke verbreiten falsche Nachrichten.

Correctiv arbeitet auch mit facebook zusammen. Als eine Art Orwell´scher Wahrheits-TÜV beurteilt es dort Nachrichten anderer. Nach (linkem) Gutdünken, wie Kritiker monieren. „Die Praxis bei Facebook, die zum Beispiel ‘Correctiv‘ weitreichende Befugnisse der Stigmatisierung und Diskriminierung erlaubt, ist vergleichbar mit der Situation, dass ein Medium auf dem Titelblatt eines Konkurrenten einen Sticker anbringen lässt, mit dem vor der Lektüre gewarnt und dazu aufgefordert wird, stattdessen das eigene Konkurrenzmedium zu lesen“, schrieb der Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel.

Tichys Einblick (TE) klagte gegen dieses Vorgehen, nachdem „Correctiv“ einen Artikel von TE mit der Überschrift: „500 Wissenschaftler erklären: ‘Es gibt keinen Klimanotfall‘“ zwangsverknüpft hat mit seinem Zwangs-Hinweis, er sei „teilweise falsch“. Tichy-Anwalt Steinhöfel schrieb hierzu: „Hier geht es darum, dass die “Correctiv” mit den streitgegenständlichen Warnungen die Verbreitung eines Artikels von Tichys Einblick beschränkt und behindert und sich zugleich schmarotzerisch an die (verbleibende) Reichweite des Artikels anhängt.“

In erster Instanz wies das Landgericht Mannheim einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung von TE ab. „Gericht stärkt Faktenchecks von CORRECTIV“, jubelte das „Recherchebüro„. Und weiter: „Das Gericht widerspricht mit seinem Urteil der Argumentation des Blogs ‘Tichys Einblick‘, das behauptet hatte, CORRECTIV versuche, ‘die Verbreitung konträrer publizistischer Inhalte zu unterbinden oder zumindest zu behindern.‘“ Und jetzt das: Das Oberlandesgericht hat das Urteil des Landgerichts Mannheim abgeändert und die von Tichys Einblick beantragte einstweilige Verfügung erlassen.

Tichys Anwalt Steinhöfel schrieb dazu:

Spannend ist die Reaktion der selbsternannten Wahrheitsfinder:

Das ist aber eine Irreführung der Leser – und ein typisches Beispiel für Manipulation und Framing. Denn in der Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe geht es eben explizit nicht vorrangig um eine vermeintliche „Falschbehauptung des Blogs Tichys Einblick“, wie Correctiv schreibt. In der Begründung für seine Entscheidung schreibt das Gericht explizit: „Insbesondere konnte die Verknüpfung der Einträge auf Facebook dahin missverstanden werden, dass sich die Prüfung und die Beanstandungen auf die Berichterstattung der Klägerin“ (also Tichys Einblick) „bezogen hätten, statt – wie es tatsächlich nach Ansicht des Senats weit überwiegend der Fall war – auf den ‘offenen Brief‘, über den die Klägerin lediglich berichtet hatte.“

Bitter, wenn selbsternannte Wahrheitsfinder so mit der Wahrheit umgehen. Aber gut, wenn sie sich auf diese Weise entlarven.

P.S.: Bemerkenswert ist die Reaktion vieler großen Medien. Wurde Tichys Einblick bisher regelmäßig mit den stigmatisierenden Beiworten „nationalkonservativ“, „rechts“ oder „rechtspopulistisch“ versehen, so fehlt heute bei den meisten dieses Adjektiv – worauf mich gerade ein Kollege aufmerksam machte. Wie absurd diese Stigmatisierung ist, zeigt, dass nirgends die taz oder „Freitag“ als „links“, „linkspopulistisch“ oder „linkssozialistisch“ bezeichnet wird.


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Bild: Picpedia.Org

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