Erneuter öffentlich-rechtlicher Hassfilm: Polizisten als rassistische Mörder

Ein Gastbeitrag von Dr. Manfred Schwarz

Ein knapp dreiminütiges Video, das die ARD als Satire ausgibt, sorgt für Empörung. Es zeigt eine längere fiktive Szene: Eine Doppelstreife der Polizei, trifft auf der Straße einen jungen Mann, der dabei ist, das Schloss seines Fahrrads aufzuschließen. Den Polizisten scheint es, bei dem Mann könnte es sich aufgrund seines Äußeren um einen „Ausländer“ handeln.

Nach kurzen Überlegungen greift die Polizei zum Äußersten und erschießt den Mann – ohne Grund, nur aufgrund seiner dunkleren Hautfarbe und ihres Generalverdachts gegen vermeintliche Ausländer. Kurz darauf stellen die beiden Beamte, die zum Ort des Geschehens zusätzlich einen Scharfschützen und einen Polizeihubschrauber herbei geordert hatten, fest, dass das Opfer ein Deutscher ist; nun trauern die Polizisten um den Fahrradfahrer.

Das Video suggeriert, Polizeibeamte seien in hohem Maße tumbe und rassistische öffentlich Bedienstete, die leicht zum Mörder werden, wenn sie auf der Straße auf Menschen stoßen, die durch ihr Aussehen – zumindest entfernt – an Ausländer erinnern.

Der Clip ist als Teil der Comedy-Sitcom Aurel bereits am 11. Juli auf Instagram ausgestrahlt worden. Die Sendung läuft beim Jugendsender “funk”, der von Gebührengeldern der ARD und des ZDF finanziert wird 2019 belief sich der Projekt-Etat von funk auf 45 Millionen Euro, zwei Drittel dieser Gelder kommen von der ARD, der Rest kommt vom ZDF.

Comedian Mertz verteidigt das Video – heftige Kritik kommt vom NRW-Innenminister

Mittlerweile hat der Comedian und Hauptdarsteller dieses Videos – Aurel Mertz – den Clip am Montag erneut getwittert. Sein Kommentar dazu links-oberlehrerhaft auf twitter: „Es geht nicht darum die gesamte Polizei unter Generalverdacht zu stellen, aber so lange uns Bilder wie aktuell aus Frankfurt und Düsseldorf erreichen und Racial Profiling-Studien abgesagt werden, müssen wir den Finger in die Wunde legen.“

Inzwischen hat sich Herbert Reul, CDU-Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, zum angeblichen Satire-Video von funk geäußert. Der vermeintlich satirische Film sei „nicht nur unlustig, sondern auch ein Schlag ins Gesicht jedes Polizeibeamten“. Wer Polizeibeamte, die Tag und Nacht „für unsere Sicherheit den Kopf hinhalten, pauschal als ausländerfeindliche Dumpfbacken dargestellt werden, ist einfach nur menschenverachtend. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte sich fragen, ob das wirklich sein Niveau ist“.

2018: „Fick die Cops“: NDR-Chor beleidigt Polizisten als „Bullenschweine“

Vor nicht langer Zeit hat der NDR-Studenten-Chor für ein ähnlich skandalöses Video gesorgt, das wenig später als angebliche Satire ausgegeben wurde. Was aus den Mündern des Chors gekommen ist, passte so gar nicht zum Erscheinungsbild der bei ihrem Auftritt sehr adrett gekleideten Sänger, deren Song unter dem Titel „Fick die Cops, sie sind Bullenschweine“ produziert wurde.

Der Chor singt hier Lieder bekannter deutscher Rapper nach, die auf krasse Weise pauschal Polizisten beleidigen. In der Öffentlichkeit erhob sich nach der TV-Sendung schnell Protest. Im Internet hieß es bei den Kommentaren zum Beispiel: „Ich hoffe ihr braucht niemals die Hilfe der Polizei!“ Einige Kommentatoren waren der Ansicht, der NDR besorge hier das politische Geschäft der linksextremen „Antifa“.

Als die Proteststimmen nicht mehr zu überhören war, hieß es bei der ARD reichlich scheinheilig, der NDR-Jugend-Kanal STRG_F wolle mit dem Song „Fick die Cops, sie sind Bullenschweine“ nur satirisch darauf aufmerksam machen, wie häufig in deutschen Rap-Liedern Polizisten beleidigt werden.

Ein Karlsruher Bürger hat in jenen Wochen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg erstattet. Einer Meldung der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) zufolge schrieb dieser Kritiker in seiner Anzeige wörtlich: „Es wird im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bzw. dessen Internetformaten offen zur Gewalt gegen Polizisten aufgerufen.“

Die Strafanzeige richtete sich auch gegen den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Südwestrundfunk (SWR) – die Anstalt ist formal für das Online-Medienangebot funk verantwortlich, zu dem STRG_F gehört.

Der Mann, der Anzeige erstattet hat, sieht in dem Video eine „menschenverachtende Weise“, mit der „insbesondere jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer zu Anwendung von „Hass und Hetze angestachelt werden“. Der Beamte vergleicht das Gesang-Projekt mit einer früheren WDR-Sangesproduktion: Hier sang ausgerechnet ein Kinder-Chor von der Oma als verabscheuungswürdige „Umweltsau“. Auch dieses Lied hat viele Bürger verärgert, aber schon damals wurde im Nachhinein von der Kölner Fernsehanstalt behauptet, es handele sich „nur“ um einen satirischen Gesang.

Der Pressesprecher der Polizei Koblenz, Ralf Minet, wertete in jenen Tagen einzelne Textzeilen des Stückes „Fick die Cops“ („Das bisschen Totschlag bringt euch nicht um“) als versteckten Aufruf zu einer Straftat. „Schön ist es nicht, so etwas als Polizist anzusehen“, sagte der Sprecher. „Ich persönlich bin erschüttert, dass sich Menschen für die Verbreitung solcher Hassbotschaften hergeben.“

Auch unter den Polizei-Kollegen war das Video längere Zeit Gesprächsthema. „Wir sind Tag und Nacht für die Menschen da und geben dafür unser Bestes. Umso mehr verwundert es mich, dass so ein Beitrag online verfügbar bleibt“, erklärte Minet. Die Karlsruher Polizei hat den Fall an das baden-württembergische Innenministerium weitergeleitet. Konkrete Reaktionen aus dem Ministerium sind bis heute nicht veröffentlicht worden.

Auch über diesen Skandal hat bundesweit fast keine Zeitung berichtet. Dass es Sanktionen wegen des hoch umstrittenen Beitrages des NDR-Chors gegeben hat, ist nicht bekannt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk bleibt offensichtlich unbehelligt, wenn er Polizeibeamte in Filmen auf üble Weise durch den Dreck zieht. Jeder kritische Fernsehzuschauer müsste sich fragen, ob solche verleumderischen und beleidigenden Filmbeiträge noch irgendetwas zu tun haben mit dem gesellschaftlichen Arbeitsauftrag der – gebührenpflichtigen – öffentlich-rechtlichen Anstalten.


Dr. Manfred Schwarz (Politologe): Zivillehrer an der Hamburger Landespolizeischule, dann etliche Jahre Berufsschullehrer und Dozent in der staatlichen Lehrerfortbildung (Bereich: Politik); jeweils acht Jahre Medienreferent in der Hamburger Senatsverwaltung und (nebenamtlich) Vizepräsident des nationalen Radsportverbandes BDR (verantwortlich für die bundesweite Medienarbeit / Herausgeber einer Internet-Radsportzeitung). CDU-Mitglied, sechs Jahre Mitglied des Hamburger CDU-Landesvorstands. Heute Autor für verschiedene Internetportale mit den Schwerpunkt-Themen Politik und Medien.


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