Fäuste statt Argumenten

Der Verzicht auf Gewalt in der Auseinandersetzung zwischen den Menschen ist eine der grundlegendsten Errungenschaften unserer westlichen Zivilisation. Diese ist für uns so selbstverständlich, dass wir sie kaum noch als Errungenschaft wahr nehmen. Und dass offenbar auch viele blind dafür geworden sind, wie massiv sie inzwischen bedroht ist.

Es wäre ermüdend, all die Fälle der jüngsten Zeit aufzuzählen, in denen an deutschen Hochschulen Auftritte von ungeliebten Rednern verhindert wurden. Es traf selbst so Unverdächtige wie den FDP-Chef Christian Lindner und Ex-Innenminister Thomas de Maizière von der CDU. ​Nur am Rande sei erwähnt, dass diese Probleme allesamt Nicht-Linke betreffen.


Der neueste traurige Höhepunkt bei der Beschneidung der Meinungsfreiheit war am Donnerstagabend eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Verschleierung: Modeaccessoire, ein religiöses Symbol oder politisches Instrument“ an der Goethe-Universität in Frankfurt. Genauer gesagt: der Versuch einer Podiumsdiskussion.


Mitglieder der Gruppe „Studis gegen rechte Hetze“ hatten sich unter die Gäste im Studierendenhaus der Hochschule gemischt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet: „ Sie entrollen Transparente, halten Plakate in die Höhe. Darauf zu lesen sind Schlagworte, die an rechte Gewalt und rassistische Vorfälle in der Vergangenheit erinnern sollen. ,Dönermorde´ ist auf einem zu lesen. ,NSU auf einem anderen. ,Das Problem heißt Rassismus, nicht Kopftuch´, steht auf dem Flyer, den die Gruppe verteilt. Eine „institutionelle Benachteiligung muslimischer Frauen in Deutschland“ wird beklagt.


Eine beachtenswerte Sichtweise – nach der nicht Frauenfeindlichkeit im Islam, sondern unsere Institute an den Problemen muslimischer Frauen  schuld sind. Darüber sachlich zu diskutieren war aber nicht möglich: Trotz mehrfacher Aufforderung weigerte sich die Gruppe, den Raum zu verlassen, Fäuste flogen, ein Tisch wurde umgestoßen.

Das Muster solcher linksextremer Aktionen an Hochschulen ist fast immer ähnlich. Es geht darum, Meinungen, die nicht behagen, mundtot zu machen. Das ist im Kern totalitär. Besonders erschreckend ist, dass in vielen Fällen die Uni-Leitungen vor dem linksextremistischen Mob kapitulieren.


Das Gewalttabu, eine der wesentlichsten Säulen unserer Gesellschaft, ist massiv in Gefahr (und nicht nur an den Universitäten – wie ebenfalls diese Woche die Massenschlägerei im Gerichtssaal bei einem Clan-Prozess in Essen zeigte.

Der Aufschrei in Politik und Medien, wie er bei rechtextremer Gewalt zu Recht üblich ist, bleibt bei Gewalt aus anderen Ecken systematisch aus. Dabei muss es Aufgabe jedes Demokraten sein, egal welcher Couleur, sich entschieden gegen jedwede Gewalt zu wenden. Und sich für die Meinungsfreiheit für diejenigen stark zu machen, die nicht seiner Meinung sind. Das weit verbreitete Wegsehen und Verharmlosen erschwert nicht nur die Bekämpfung der Gewalt und der Intoleranz – es spornt sie geradezu an.


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: Pixabay

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