“Frau Esken, ich bin kein Nazi, kein Corona-Leugner und auch kein Covidiot!”

Nach der Demonstration der Corona-Maßnahmen-Gegner erreichten mich ungewöhnliche viele Zuschriften. Es waren vor allem die Reaktionen von Politik und Medien, die sehr viele Leser sehr empörten. Was mir besonders auffiel, auch bei der Demonstration selbst: Die Enttäuschung und der Vertrauensverlust scheint inzwischen auch ganz massiv in die Bevölkerungsschichten eingedrungen zu sein, die man früher als die “bürgerliche Mitte” bezeichnete. Und die eine der wesentlichen Stützen unseres Landes, unserer Wirtschaft und unserer Demokratie ist. Eine Frau aus genau diesem Milieu, eine Berlinerin, hat mir eine Kopie ihres Briefes an Saskia Esken geschickt. Ich fand ihn so bewegend, dass ich ihn hier wiedergeben möchte. Zu ihrem Schutz nenne ich ihren Namen nicht.

Guten Abend, Frau Esken,

 

auf Twitter bin ich auf diese beiden Tweets von Ihnen gestoßen.

 

Am 06.06.2020 feiern Sie Zehntausende Demonstranten, die in Berlin gegen den Rassismus demonstriert hatten.

Ich musste da durch, um mein Ziel zu erreichen und es hatten tatsächlich die Mehrheit keine Maske auf (zumindest der kleine Ausschnitt, den ich sehen konnte) und Abstand gab es gar keinen.

Das haben auch die Fotos danach gezeigt.

 

Aber das ist in Ihren Augen in Ordnung und löblich (ja, ich bin auch gegen Rassismus, wo er denn ist).

 

Am 01.08.2020 gab es eine sehr ähnliche Situation:

 

Nicht Zehntausende nach Ihrer Meinung, sondern nur Tausende, also erheblich weniger als auf der “Black Live Matter” (BLM)-Demonstration.

Die meisten trugen keine Maske (auch hier nur der Ausschnitt, den ich sehen konnte), aber es gab einen, wenn auch kleinen, Abstand, denn man konnte ja nach rechts und links ausweichen, was am Alex schlecht möglich ist.

Also, in punkto Abstand sah es für die Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen besser aus als für die BLM-Demonstranten.

 

Aber hier sind Sie gar nicht mit einverstanden. Sie nennen sie Covidioten und verurteilen sie dafür, dass sie das gleiche taten, wie die BLM-Leute, aufs Schärfste.

Es geht in Ihrem Unmut um die Gefahr, andere Menschen dadurch anzustecken.

 

Diese Sorge hatten Sie im Juni nicht.

 

Warum nicht? Was war im Juni anders?

 

Da wir ja noch in einer Demokratie leben, in der es ja eigentlich die Meinungsfreiheit geben sollte, kann es ja nicht die Gesinnung sein, die Ihren Zorn erregte.

Also, ich möchte es gerne verstehen: Warum können BLM-Demonstranten niemanden anstecken, Corona-Maßnahmen-Gegner aber doch?

 

Das ist eine Frage, die mich wirklich umtreibt.

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir eine Erklärung geben würden.

 

Eine wichtige Information noch: Ich bin kein Nazi, kein Verschwörungstheoretiker, kein Aluhutträger und kein Corona-Leugner und auch kein Covidiot.

Ich bezeichne mich als eine aus der stinklangweiligen Mitte, die einfach eine Meinung und viele Fragezeichen hat.

 

Ich danke Ihnen im Voraus .

 

Mit freundlichem Gruß

 

AXXX KXXXXX


PS: Die Entlassung von Basketball-Bundesliga-Spieler Saibou und die lauten Forderungen nach einer Einschränkung der Versammlungsfreiheit habe ich heute in einem Livestream auf youtube mit Lesern und Zuschauern diskutiert. Hier finden Sie die Sendung:


Interessant ist auch dieses Video, das gerade im Internet kursiert. Es zeige einen Mitschnitt des gesamten Demonstrationszuges von der Eisenbahnbrücke über der Friedrichstraße im Zeitraffer. Ein Fachmann bzw. Mathematik- oder Statistik-Genie sollte anhand dieser Bilder doch die Teilnehmer-Zahl zumindest annähernd ausrechnen können. Wenn schon die Polizei ihre Hubschrauber-Aufnahmen nicht freigibt:


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: Olaf Kosinsky/Wikicommons/bearbeitet/CC BY-SA 3.0-de/Bundesarchiv, Bild 183-2008-0922-500 / CC-BY-SA 3.0/ReitschusterText: br

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