Gleis-Killer-Prozess: Wie die Tagesschau Zuschauer in die Irre führt

Kann man das noch einfach mit Dummheit oder Unfähigkeit erklären, oder ist es schon gezielte Manipulation? Mein Leser Frank Daarsten, ein immer aufmerksamer Beobachter der Medien, hat mich auf den Beitrag in der Tagesschau der ARD aufmerksam gemacht, bei dem ich Augen und Ohren kaum traute. Das Thema: Die Tötung eines acht Jahre alten Jungen am 29. Juli 2019 durch einen aus Eritrea stammenden Mann, der das Kind und seine Mutter ohne jeden erkennbaren Anlass vor einen einfahrenden ICE auf das Gleis gestoßen hatte. Der mutmaßliche Täter war 2006 als Flüchtling aus dem afrikanischen Land in die Schweiz gekommen.

Die Tat bewegte damals ganz Deutschland. Und schlug hohe politische Wellen. Die einen sahen in dem tragischen Ereignis auch eine Folge von Zuwanderung aus Krisengebieten, wo Menschen oft schwere psychische Schäden erleiden. Die anderen erhoben den Vorwurf der politischen Instrumentalisierung und führten an, psychisch kranke Menschen würden überall Straftaten begehen.

Am Mittwoch begann der Prozess gegen den Eritreer. Die Schwurgerichtskammer in Frankfurt entscheidet in einem so genannten Sicherungsverfahren über den Antrag der Staatsanwaltschaft, den 41 Jahre alten Mann dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen.

Der Tagesschau, der wichtigsten Nachrichtensendung im ganzen Land mit Millionen Zuschauern, war der Prozessauftakt in einem Tötungsfall, der ganz Deutschland tagelang aufwühlte, gerade einmal 29 Sekunden wert, nach fünf Minuten Sendung und einem langen Bericht über Brüssel und Weißrussland, der noch vor dem islamistischen Anschlag von Berlin kam (anzusehen hier). Dabei wurde kein einziges Wort über die Herkunft des Täters verloren, darüber, dass er als Flüchtling nach Europa gekommen ist, über die massiven Emotionen und Diskussionen, die die Tat im ganzen Land ausgelöst hat.

29 Sekunden. Man stelle sich vor, der Tatverdächtige wäre ein „Rechter“ mit psychischen Problemen gewesen. Wie dann die Berichterstattung über den Prozessauftakt ausgefallen wäre.

Doch all das ist noch nichts im Vergleich dazu, wie ein großer Teil der Zuschauer – ich inklusive – in dem Beitrag in die Irre geführt wurden. Während der Anmoderation durch Jan Hofer wird ein Bild gezeigt, auf dem nur ein Gesicht deutlich zu erkennen ist: Das eines Mannes. Erst beim zweiten Ansehen bemerkte ich: Das ist gar nicht der Angeklagte, das ist ein Justizbeamter. Das Gesicht des Tatverdächtigen ist derart verpixelt (und die Maske merkwürdigerweise gleich mit), dass man es nur bei genauer Betrachtung überhaupt als Gesicht wahrnimmt. Zumindest ging mir das so. Und ich bin mir fast sicher, dass andere Zuschauer auch in diese Falle getappt sind. Und dass bei ihnen dieses Bild als das des Tatverdächtigen hängen bleibt. Zumal in der späteren, kurzen Aufnahme aus dem Gerichtssaal das Bild des Angeklagten so stark verpixelt ist, dass man seine Herkunft aus Afrika kaum erkennen kann. Die zufälligerweise auch im Text mit keinem Wort erwähnt wird.

Nur Fahrlässigkeit und/oder Dummheit?



Oder der Versuch, die Zuschauer für dumm zu verkaufen?


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: tagesschau/Screenshot/ReitschusterText: br

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