Groko torpediert Vermögensbildung

Gastbeitrag von Thorsten Kraft

In Deutschland investieren zu wenige Privatpersonen in Aktien. Auf die Frage hin, was man gegen diesen Gap tun könnte, kommt die Bundesregierung zu einem besonderen Lösungsvorschlag. Eine Steuer einführen, die ausschließlich private Anleger trifft, die relativ sicher in Aktien der bekanntesten Unternehmen investieren wollen.

Wer heutzutage ein paar Euro angespart hat, bekommt darauf kaum Zinserträge und die Folge daraus ist, dass auch der Fiskus fast keine Steuereinnahmen daraus generieren kann. Ein Investment in Aktien hingegen hat oftmals eine Dividendenrendite im Bereich von 2-5 % oftmals sogar mehr. Über die bereits bestehende Dividendenbesteuerung kommt da einiges zusammen.

Eigentlich müsste ein Finanzminister schon alleine aus fiskalen Gründen ein gesteigertes Interesse daran haben, dass eine breite Bevölkerungsschicht in Aktien investiert ist und es sollte auch im staatlichen Interesse liegen, dass es zu einer breiten Vermögensbildung kommt. Was kann für ein starkes Europa besser sein als europäische Bürger, die den europäischen Wirtschaftsraum stärken?

Dies macht alleine schon daher Sinn um den politischen Rändern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die es opportun finden, eine immer weiter spreizende „Schere von arm zu reich“ zu instrumentalisieren und ihr etwas entgegenzusetzen.

Nicht so Olaf Scholz (SPD), der mit einer unfähigen CDU an seiner Seite, offensichtlich keinerlei Interesse daran hat, dass es bei Arbeitnehmern und kleinen Selbstständigen zu Vermögensaufbau kommt. Nur so kann man sich erklären, dass man in Deutschland alles dafür tut, dass zu wenige Privatpersonen in Aktien investieren und man diesen Markt zur Kapital-Anhäufung nur für Großanleger aus dem Ausland attraktiv gestaltet.

Denn mit dem neuesten Coup unserer Bundesregierung eine Steuer einführen zu wollen, die sogenannte Finanztransaktionssteuer – eine Steuer auf Aktienkäufe – die ausschließlich (!) private Anleger trifft, die relativ sicher in Aktien der bekanntesten Unternehmen investieren wollen, unterstreicht die Groko diesen Endruck.

Im Detail sieht das Vorhaben vor, dass solche Bürger, die Aktien großer Unternehmen mit einem Hauptsitz in Österreich, Belgien, Italien, Frankreich, Griechenland, Portugal, Slowakei, Slowenien und Spanien erwerben, künftig eine Steuer von 0,2 Prozent ans Finanzamt entrichten sollen.

Diese soll aber nur für Aktien von Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als einer Milliarde Euro gelten und die Einnahmen aus diesem Steueraufkommen sollen in Deutschland zur Finanzierung der Grundrente verwendet werden – darauf hatte sich die große Koalition bereits im November verständigt.

Chapeau für diese #Meisterleistung Herr Scholz. Mit dieser benachteiligen Sie Anleger aus dem deutschen Wirtschaftsraum, die in das Rückgrat des europäischen Wirtschaftsraum investieren gezielt und sie zerstören gezielt deutsches Investment in unsere Kernindustrien.

Ich fordere von Herrn Scholz umgehend, dass er dieses Vorhaben stoppt und nochmals für einen Moment nachdenkt, was er da genau tut.


Thorsten Kraft, M.S./Ph.D. Computer Science, studierte nach seinem Wehrdienst bei den Israel Defence Forces Informationssicherheit in Tel Aviv und Berkeley. Er arbeitete zunächst als IT Security Spezialist bei namhaften Telekommunikationsunternehmen in den Bereichen Kommunikation und Internet. Im weiteren Verlauf seiner Karriere verantwortete er für den Branchenverband eco e.V. den Bereich Cyber Defence und projektierte mehrere nationale und europäische Projekte im Bereich der Cyber Crime-Abwehr. Seit 2015 ist er beratend im Bereich kritische Infrastrukturen tätig. Zudem ist er Mitglied der ALLE – Allianz Liberaler und Libertärer Europäer


Bilder: privat, Bundesarchiv, B 285 Bild-04413 / Stanislaw Mucha / CC-BY-SA 3.0, Dnalor_01,Wikimedia Commons, Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Keine Kommentare zu Groko torpediert Vermögensbildung

Kommentar schreiben