Hassparolen an der Hauswand

 

 

„Wenn ich bei RT (Russia Today) sehe, was dort über Deutschland berichtet wird, habe ich den Eindruck, das muss ein schreckliches Land sein, und man müsste dringend auswandern, nach Russland, wo alles viel besser ist.“ So habe ich heute bei Radio Liberty auf die Frage geantwortet, wie RT berichtet.

 

 

 

Die Verurteilung der russischen Propaganda durch das Europarlament ist in Moskaus Medien immer noch das große Thema. Man klagt, der Westen verletze die Pressefreiheit, wurde mir entgegengehalten. „So wird die Debatte verzerrt“, ist meine Antwort. „Es geht doch darum, dass wir diese Propaganda, die Hass schürt und systematisch lügt, nicht noch in unsere Kabelnetze einspeisen und überall verfügbar machen. Wir laden doch auch nicht alle ein, auf unsere Hauswand Hassparolen zu schmieren – und wenn wir was dagegen tun, ist das keine Einschränkung der Pressefreiheit.“

 

 

 

Erschreckend: Radio Liberty fragte Passanten auf Moskauer Straßen nach Propaganda im Fernsehen. Die häufigste Antwort: Fernsehen ist immer Propaganda, überall auf der Welt, dazu ist Fernsehen da. Der Werte-Nihilismus des Kreml wirkt….viele können Propaganda von Journalismus nicht mehr unterscheiden. Ich bin mir aber nicht mehr sicher, dass so nur auf Moskaus Straßen geantwortet wird. Wir haben selbst große Probleme, Propaganda von Journalismus zu unterscheiden. Das fliegt uns allmählich um die Ohren…

 

Link zur Originalsendung (auf Russisch)

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