Kranker Rentner ohne Maske: “Hatte fast Angst, gelyncht zu werden”

„Pogrom-Stimmung in der Bahn?“ – unter dieser Überschrift erreichte mich dieser Tage die Zuschrift meines Lesers Dieter J. aus Berlin, der in einem Zug unschöne Erfahrungen gemacht hat. So beschrieb er sein Erlebnis: „Am Sonntag wurde ich auf allen meinen Fahrten im Bereich des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) pogrommäßig von Mitreisenden angepöbelt! Ich, 70 Jahre alt, schwerbehindert, im Besitz eines ärztlichen Attestes, welches mich von der Maskentragepflicht befreit, musste wüste Beschimpfungen über mich ergehen lassen, bis hin zum Verlangen der Offenlegung meiner Krankengeschichte! So muss es vor fast 100 Jahren in Deutschland, später Apartheid, zugegangen sein!

Ich hatte fast Angst, gelyncht zu werden, was meinem gesundheitlichen Zustand überhaupt nicht zuträglich ist!“ Weiter schreibt Dieter J.: „Der Zugbegleiter hatte dann zwar ein Erbarmen und rettete mich in die 1. Klasse; ich bin zwar nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen ist… tatsächlich wie in den 30ern und Südafrika: die Guten hier, die schlechten dort (bald im Viehwagen)?

Wer schützt mich vor dem Mob?“

Das Erlebnis des Berliner Rentners ist offenbar kein Einzelfall.

Eine Twitter-Nutzerin schrieb mir: „Ich persönlich hyperventiliere heute, weil mich McDonalds einer Filiale verwiesen hat. Ich hatte sowohl Attest als auch meinen Patientenpass griffbereit. Aussage (übrigens mehr als unfreundlich): „Atteste werden hier nicht akzeptiert, in keiner unserer Filialen!” Ich war so perplex ich bin tatsächlich gegangen! Aber ich ärgere mich schwarz!!!“

Im Internet sorgt ein Video für Schlagzeilen, auf dem zu sehen ist, wie ein Fahrgast in der Deutschen Bahn von der Polizei aus dem Zug entfernt wird, weil er keine Maske trug, obwohl er ein Attest hatte, das ihn von der Maskenpflicht befreit. Der Mann hatte sich zwar zuvor geweigert, dem Schaffner das Attest zu zeigen. Als dieser die Polizei gerufen hatte, präsentierte der Mann das Attest jedoch der Polizei. Die argumentiere dann, das sei zu spät, er habe bereits Hausverbot von der Bahn durch den Schaffner. Er wurde mit Gewalt aus dem Zug gebracht. Hier das Video:

Das österreichische Portal heute.at brachte einen langen Bericht über die Empörung eines Zugreisenden über seine Nachbarn im Waggon, die zu lange aßen, und dabei keine Masken auf hatten.

Die Berliner Verkehrsbetriebe schüren Stimmung gegen Menschen ohne Masken, beschimpfen sie in einer Reklame-Kampagne als “Masken-Schwurbler”:

In der Bahn wurden folgende Poster gefunden, die Ressentiments schüren (laut Leserrückmeldung allerdings keine offiziellen Bahn-Poster, ich konnte das noch nicht überprüfen und bin für Hinweise dankbar):

Die Aggressionen gegen Menschen ohne Maske sind Folgen einer massiv, von Medien und Politik geschürten Angst. Diese steht in meinen Augen in keinem rationalen Verhältnis zur aktuell in Deutschland bestehenden Gefahr durch das Virus. Insbesondere wird eine solche massive Angst allen anderslautenden Medienberichten zufolge durch die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Institutes nicht gedeckt, wenn man diese nüchtern betrachtet.

Selbst der SPD-Corona-Hardliner Karl Lauterbach sagte bei Markus Lanz im ZDF, dass die Masken vor Aerosolen nicht schützen (siehe hier). Gestern bei Monitor sagte der Sozialdemokrat: Wenn man stundenlang neben einem Infizierten sitzt, ist die Wahrscheinlichkeit sich anzustecken auch mit Maske sehr hoch. (siehe hier, Zeitmarke 4:30)

Die Niederländische Gesundheitsministerin van Ark erklärte: „Aus medizinischer Sicht gibt es keinerlei Beweis für den medizinischen Nutzen, eine Gesichtsmaske zu tragen. Daher haben wir uns dafür entschieden, auf nationaler Ebene keine Maskenpflicht einzuführen.“

Das massive Angst-Schüren macht Corona und die Maßnahmen dagegen regelrecht zu einer Glaubensfrage. Eine rationale Diskussion ist nur noch schwer möglich. So wird das Virus bzw. die Maßnahmen dagegen zu einer Zerreissprobe für die Gesellschaft und wird dieser längerfristig großen Schaden zufügen. Der kann durchaus größer werden als der Schaden, den das Virus bisher in Deutschland angerichtet hat.

PS: Zahlreiche Leser haben als Reaktion auf diesen Artikel eigene Geschichten erzählt  –  hier ein Auszug:


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: PixabayText: red

Ein Kommentar zu Kranker Rentner ohne Maske: “Hatte fast Angst, gelyncht zu werden”
    Silke Bäuerle
    24 Sep 2020
    05:35
    Kommentar:

    Ich habe inzwischen Angst, irgendwo hin zu gehen. Ich bin mit Attest vom Maske tragen befreit und hatte kürzlich eine furchtbare Szene im Supermarkt. Als ich an der Kasse stand machte ein Kunde hinter mir lautstark darauf aufmerksam, dass ich

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