Kritik an Dogmen: Bröckelt die Corona-Einheitsfront in Medien und Politik?

Corona wirkt manchmal wie ein Beschleuniger der Zeit. Es ist atemberaubend, wie schnell sich die Dinge und die Sicht auf dieselben ändern in den Zeiten des neuen Virus. Oft zum Schlechten. Aber manchmal eben auch zum Guten. Und zuweilen traut man seinen Augen nicht. Aussagen, für die man gestern noch in den meisten Medien als Ketzer bzw. Neudeutsch als „Covidiot“ oder „Corona-Leugner“ gebrandmarkt wurde, haben es jetzt in das Allerheiligste des Links-Journalismus geschafft: in die taz. Zwar nur in Form eines Gastbeitrags. Aber immerhin. Gibt es da erste Risse in der seit März stehenden Mauer der regierungsamtlichen Corona-Dogmen? Fallen schon die ersten Steine?

Die Autoren des Beitrags: Dr. med. Angela Spelsberg, Epidemiologin, die frühere Ehefrau von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, einem der lautesten Corona-Hardliner, und Dr. med. Ulrich Keil, emeritierter Professor am Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Universität Münster und früherer Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO). „Astronomische Fehlrechnungen“ in Sachen Corona werfen sie der Bundesregierung vor; und den Fachleuten, auf die sich unsere Politiker stützen.

Die Analyse der beiden ist auch eine schallende Ohrfeige für die Presse: „Von der Mehrheit der Medien und großen Teilen der Bevölkerung wird die Tatsache, dass in Deutschland ‚nur‘ knapp über 9.200 Covid-19-Todesfälle zu beklagen sind, den Lockdownmaßnahmen der Regierung zugutegehalten“, heißt es in dem Text: „Andere Erklärungen, etwa dass nicht allein ein Virus, sondern auch Faktoren wie die Kapazität und Qualität von Gesundheitssystemen und die sozioökonomischen Bedingungen einer Gesellschaft den Verlauf einer Pandemie bestimmen, werden hingegen kaum diskutiert.“ Und weiter: „Aus unserer Sicht haben sich Politik und öffentliche Meinung selten so sehr auf den Rat von nur wenigen Fachleuten gestützt wie jetzt in der Coronakrise.“

Die Kollateralschäden würden viel zu wenig untersucht, so die beiden Mediziner. Die anfänglichen Modellrechnungen, die maßgeblich waren für die politischen Entscheidungen zum Lockdown, hätten sich als grob falsch erwiesen: Es wurden weltweit 40 Millionen Covid-19-Tote prognostiziert und 1,1 Millionen Intensivpatienten allein in Deutschland. Viele nun vorliegende Studien zeigten aber, so heißt es in dem Text, dass der Anteil der Todesfälle an allen Corona-Infektionen, in einem Bereich von 0,1 bis 0,3 Prozent liegt, also dem einer normalen Grippe.

Der Beitrag nimmt sodann diverse Irrtümer der Experten und der Politiker, die ihnen folgten, auseinander. Etwa, dass sie davon ausgingen, dass das Virus vollkommen neu sei , dass sich jeder infizieren könne, und dass es also weltweit keine Immunität gegen das neue Virus gebe. Dem sei aber nicht so, weil dem Immunsystem vieler Menschen bereits Viren aus der Coronagruppe vertraut seien.

Auch habe sich herausgestellt, dass die Zahl der mit Sars-CoV-2 Infizierten viel größer sei als die der positiv getesteten Menschen mit Symptomen. Wodurch der Anteil der Todesfälle an den Infizierten geringer ist als angenommen.

Die Schlussfolgerung der beiden Mediziner: Es sei dringend notwendig, dass für die politischen Entscheidungen nicht nur Vertreter der Biomedizin einbezogen werden, sondern auch anderer Fachrichtungen wie Public Health, Sozial-, Kultur- und Bildungswissenschaften. „Ein interdisziplinärer Austausch zwischen Modellierern, Virologen, Immunologen und bevölkerungsbezogen arbeitenden Epidemiologen hätte aus unserer Sicht Politik und Gesellschaft astronomische Fehlrechnungen – mit ihren noch nicht absehbaren Folgen – ersparen können“, schreiben die beiden Autoren. Sie bemängeln auch, dass die vom RKI Anfang Mai angekündigte repräsentative Zufallsstichprobenuntersuchung der deutschen Bevölkerung bis heute ausstehe.

Eigentlich sollte ein Beitrag wie der in der taz, eine offene, kritische Diskussion über den Kurs der Regierung eine Selbstverständlichkeit sein in einer funktionierenden Medienlandschaft in einem freien Land. Dass die Veröffentlichung heute fast einer Sensation gleichkommt, sagt viel über die Zustände in Deutschland aus. Aber es macht Sinn, sich auf das Positive zu konzentrieren: Dass er wenigstens erschienen ist in einem der Heiligtümer der linken Medienlandschaft, wo er von all deren Anhängern nicht sofort als „Verschwörungstheorie“ diffamiert werden kann.


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: Pixabay Text: red

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