Linke Hetzjagden auf Polizisten?

„Bahnanlagen, Baustellen, Polizei: Leipzig ist längst zu einem Ort linksradikalen Terrors geworden“, schrieb mein alter Focus-Kollege und Freund Olaf Opitz im November: „Stadtverwaltung und Medien verharmlosen und suchen lieber bei ,Unbekannt statt bei den stadtbekannten Aktivisten.“

Die linksradikale Szene aus dem Antifa-Biotop des Stadtteils Connewitz ist berüchtigt, sie liefert sich regelmäßig Straßenschlachten mit der Polizei. Die Beamten werden dabei schon mal mit Pflastersteinen beworfen, was lebensgefährlich sein kann; oder es werden Straßenbarrikaden errichtet und angezündet. Wer sich ein Bild machen will von den fast bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die dort herrschen, kann sich etwa dieses Video ansehen:

Auch an Silvester kam es in Leipzig wieder zu heftigen Krawallen. Fünf verletzte Polizisten – einer musste notoperiert werden, ein kaputter Streifenwagen. Die Reaktionen von Politikern von SPD und Linke: Verharmlosung, Verschiebung der Verantwortung von den Tätern auf die Opfer – die Polizei.

In den meisten Medien wird regelmäßig verharmlost und relativiert, wenn es um linksextreme Gewalt geht. Die Aggressoren werden als „Aktivisten“ oder „junge Leute“ verniedlicht. Man stelle sich nur einmal für einen Augenblick vor, eine Stadt würde seit Jahren von einem rechtsradikalen militanten Mob terrorisiert – wie groß – und zwar völlig zurecht – der Aufschrei wäre. Wir würden wohl rund um die Uhr von „Hetzjagden“ auf die Polizei hören, das Thema wäre allgegenwärtig in Politik in Medien (Stichwort: Chemnitz).

So aber ging auch nach der Silvesternacht das mediale Vertuschen weiter (siehe meinen Bericht „Auf dem linken Auge blind“ von gestern“). Im Heute-Journal wurde über die Ausschreitungen wie folgt berichtet, wie mir ein Leser schrieb:

Betreff: Heute-Sendung 21:45 Uhr mit Klaus Kleber

Nachricht: Nach „endlos“ lang empfundener Berichterstattung über das Koalitionsbündnis in Wien kam etwa nach 7 Minuten ein „ausführlicher“ bericht von den Krawallen (Silvester) in Leipzig. Nicht EIN EINZIGES Mal fiel das Wort „links“ oder „linke Gewalt“; dafür wurde eine Abgeordnete der Linken als Kommentatorin eingeblendet, die der Polizei eine Mitverantwortung für den Mordanschlag auf einen 38-jährigen Polizisten unterstellt. Unfassbar!“

Und dann noch ein Nachtrag:

„Das Perfide dieser Sendung: in dem nicht genannt wird, wer hier Gewalt ausgeübt hat, assoziiert man automatisch rechte Chaoten. … und genau das war die Absicht.“

An solche Praktiken in den Nachrichten hat man sich leider inzwischen schon gewöhnt (auch wenn man das eigentlich nicht dürfte). Völlig den Atem verschlagen hat mir allerdings, was mir gestern ein Kollege am Telefon erzählte, in einem Ton, dass man auch auf Distanz das Kopfschütteln hörte – und was ich zuerst nicht glauben wollte: „Kannst Du mir bitte erklären, warum Merkel den nächsten großen internationalen Gipfel ausgerechnet nach Leipzig verlegt hat? Wir hatten doch schon in Hamburg fast Mord und Totschlag beim letzten, mit den Linksextremen, was soll da erst in Leipzig sein? Kann man als Kanzlerin wirklich so naiv sein, oder steckt da perfide Absicht dahinter? Ich glaube an Letzteres!“

Selbstverständlich wies ich die Unterstellung des Kollegen im letzten Satz mehr oder weniger energisch zurück. Gerade auch aus juristischen Gründen (ich habe mit meiner Seite hier im Moment genug Ärger, etwa mit ARD-Chef-Faktenfinder Gensing, nachzulesen hier), und darum sei betonte, dass ich der Bundeskanzlerin niemals eine bösartige Absicht unterstellen würde (anderes dagegen sehr wohl, siehe hier).

Aber einen Gipfel in Leipzig, der Hochburg der gewaltbereiten linken Szene, die dort regelmäßig Terror verbreitet? Das kann nur Fake-News sein, dachte ich mir, und machte mich an die Recherche im Internet. Und siehe da:

Wie bitte? Können Sie mir das erklären? Nur rund zwei Wochen, nachdem „brennenden Terror zum Nationalfeiertag“ von Linksextremen in Leipzig am 3. Oktober verkündete die Regierungschefin, dass der nächste Gipfel ausgerechnet dort stattfinden soll. Rational ist das nicht zu erklären. Ausschreitungen und Schlagzeilen weltweit, die unser Land wieder einmal in schlechtem Licht erscheinen lassen, sind so gut wie garantiert (nur in den meisten deutschen Medien wird ggf. wohl wieder nur von „Aktivisten“ und „jungen Leuten“ zu lesen sein, oder gar, dass die böse Polizei provoziert).

Ist die Entscheidung, den Gipfel ausgerechnet nach Leipzig zu vergeben, wirklich noch mit Unfähigkeit und Naivität zu erklären? Es gibt noch eine beunruhigendere mögliche Erklärung: Könnte Merkel Opfer der eigenen, von ihr mit geprägten mediale Parallelwelt sein, in der linksextreme Gewalt kaum vorkommt? Je länger Herrschende an der Macht sind, um so mehr koppeln sie sich ja von der Wirklichkeit ab. Das wäre noch nicht einmal die schlimmste mögliche Erklärung. An die von meinem Kollegen – „perfide Absicht“ – weigere ich mich zu glauben. Sie können mir nun vorhalten, das sei naiv. Aber ich bin lieber naiv, als verzweifelt.


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Bilder: ev/Unsplash, Screenshots, youtube

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