Macht Merkel auf Putin? Laufzeitverlängerung bis 2032?

Ein Gastbeitrag von Dr. Andreas Bergemann*, Hochschullehrer in den USA

Die Kette von kardinalen Fehlentscheidungen der deutschen Regierungs-Chefin ist inzwischen ellenlang, und oft wurde ihr politisches Ende in den noch existenten freien Medien herbeigeschrieben. Nicht einmal Chefin der CDU ist sie. Doch im Corona-Jahr 2020 hatte Angela Merkel ihr x-tes Revival. Sie sitzt fester im Sattel denn je und regiert durch, dass es einen staunen lässt.

Das Perverseste daran ist, dass sie ihre Macht gar nicht mehr offen ausüben muss. Outgesourcte Sitten- und Faktenchecker übernehmen die Drecksarbeit zusammen mit alten Stasi-Seilschaften. Wer auch immer ihr in die Quere kommt, der wird eben mal schnell sozial gemeuchelt. “Kompromat” nennt man den Inhalt des politischen Giftschranks in Russland (hier in den Staaten läuft es minimal anders) seit jeher, also kompromittierendes Material, das immer dann pünktlich wie eine Sau durchs mediale Dorf getrieben wird, wenn jemand ausgeschaltet und unschädlich werden soll.

Glauben Sie nicht?

Schauen Sie sich doch einfach all jene Personen an, die der Kanzlerin quer kamen oder kommen wollten und rechnen Sie mal nach, wieviel Prozent dieser Personen noch gesellschaftsfähig sind. “Zersetzung” nannte man das in der DDR, die Stasi war Weltklasse darin und hat es sogar wissenschaftlich weiterentwickeln lassen.

So besteht für den Beobachter aus der Ferne kein Zweifel, dass dies mittlerweile auch in der gesamtdeutschen Merkel-BRD zur Anwendung kommt. Wer anderes behauptet, hat entweder erhebliche Wahrnehmungsstörungen oder ist hoffnungslos naiv.

Es gibt also ein System Merkel, mit Tentakeln und Seilschaften, die in ihrer Komplexität und Tragweite erst aufgedeckt werden, wenn in der Geschichtsschreibung in ganz ferner Zukunft ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Nun ergibt sich daraus eine logische Frage: Würden Sie, liebe Leser, anstelle der Kanzlerin ein solch sorgsam aufgebautes Machtsystem einfach so aufgeben, um ihrem Mann öfter Pflaumenkuchen mit mehr Streuseln zu backen?

Ernsthaft?

Niemals!

Und deshalb wird es auch nicht so bald geschehen.

Merkel hat dank einer nie dagewesenen Hofberichterstattung Zustimmungswerte wie ein Weihnachtsbaum am Heiligen Abend. Daher wäre sie mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie all das aufgeben würde, zumal der Umbau Deutschlands in eine öko-sozialistische Gesellschaft (ihr wahres Projekt) noch nicht vollendet ist.

Daher wird Merkel weiter an der Macht bleiben.

Zwei Wege dazu stehen ihr dafür weit offen:

1) Falls Corona im Winter wieder wütet und Deutschland wirtschaftlich implodiert, kann Angela “die Ewige” sich “bitten lassen”, noch einmal als CDU-Spitzenkandidatin anzutreten. Wenn kein Weltwunder passiert, dürfte es diesmal mit schwarz-grün klappen und als von der eigenen Partei locker gelöste Kanzlerin würde sie mit Volldampf an ihrem gesellschaftlichen Umbauprojekt weiterbasteln. Die CDU wäre ihr weiter im Dilirium treu ergeben und alternde Öko-Omas würden, mit ihren Birkenstock-Sandalen bewaffnet, jedem eins auf die Rübe geben, der dem Stuss von Vizekanzler Robert Habeck nicht hingebungsvoll Ovationen zukommen lässt.

2) Allerdings munkelt es bei den Kollegen für “Internationale Beziehungen” hier immer lauter, dass auch der Plan “Bellevue” exekutiert werden könnte. Und der ginge so: Ein halbes Jahr nach der nächsten Bundestagswahl steht die Wahl des Bundespräsidenten an.

Selbstverständlich möchte der “gute” Frank-Walter gerne weitermachen als Strippenzieher und “regierendster” Präsident seit 1949. Aber daraus wird nichts, wenn man sich die sehr wahrscheinliche Zusammensetzung der Bundesversammlung 2022 anschaut. Dort wird schwarz-grün eine Mehrheit haben. Und eine Strategin vom Schlage einer Angela Merkel würde natürlich zugreifen und der erste weibliche Präsident der Bundesrepublik Deutschland werden.

Jetzt mögen manche Leser einwenden: Das macht die nicht, was hätte sie denn davon?

Nun, sehr viel!

Erstens wäre sie auf fünf bis zehn Jahre im höchsten Amt des Staates, ganz egal wer im Kanzleramt sitzt. Schwarz-grün, grün-schwarz, eine Ampel oder rot-rot-grün. Merkel könnte es egal sein. Zweitens hat bislang noch jeder Bundespräsident die ihm vom Grundgesetz her zustehende Machtfülle bei Weitem noch nicht ausgereizt. Am wenigsten Gustav Heinemann und Walter Scheel, am stärksten Horst Köhler und Frank-Walter Steinmeier. Aber da geht noch mehr. Viel mehr.

Dass der Bundespräsident den Ruf eines Frühstücksdirektors hat, ist keineswegs die Folge von Gesetzen, sondern von Traditionen und die kann man brechen. Wer ist darin eine Meisterin? Genau, Angela Merkel!

Als Bundespräsidentin mit Zugriff auf ihr weitgewebtes Netz an Höflingen in den Ministerien, Verwaltungen, Stiftungen, Medien etc. und der im Grundgesetz niedergelegten wahren Macht des Bundespräsidenten, dürfte sie sogar Dekrete erlassen (GG Art. 58), Minister ablehnen und vieles mehr. Aus den zahlreichen bislang ungenutzten Rechten des Bundespräsidenten, könnte sie – wie Merkel es ach so sehr liebt – aus den Hallen des Schloss Bellevue ihr Werk an Deutschland still und effizient weiter verrichten. Bis zum Jahr 2032.

Selbst über einen Kanzler Friedrich Merz würde sie nur müde lächeln. Er war ihr schon eine leichte Beute, als sie sich kurz nach dem Jahr 2000 gerade anfing warmzulaufen.

Zu einem der beiden Szenarien wird es kommen. Denn ihre strategisch platzierten Günstlinge können es gar nicht zulassen, dass Merkel einfach so in den Ruhestand geht. Ohne die Bienenkönigin würden die Drohnen verenden. Wer will das schon, wenn es um die eigene Stiftung, Firma, Zeitung, Karriere etc. geht?

Daher, ich hoffe ich irre mich total, wird eines der beiden Szenarien Wirklichkeit werden.

Wenn Sie, liebe Leser, jetzt denken, was schreibt der da aus Übersee……. wissen Sie, Vieles sieht man aus der Ferne besser. Und ja, ich weiß, dass auch hier nicht das Himmelreich ist. Im November wird entweder wieder ein Wahnsinniger oder ein Demenzpatient ins Weiße Haus einziehen.

Was lernen wir daraus?

Genau, nichts ist unmöglich.

Überall.


*Der Autor ist Deutscher und Hochschullehrer in den USA. Da er sich aufgrund von Auflagen seines Arbeitgebers zu politischen Fragen nicht öffentlich äußern darf, erscheint dieser Artikel unter Pseudonym und sein Bild verfremdet.


Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: kremlin.ru

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