Kriminalkommissar darf nur noch Innendienst machen Nach Demo-Auftritt

Der Kriminalhauptkommissar Wolfgang K. von der Kriminalpolizei Augsburg wird nach seinem Auftritt bei der „Querdenken 711“-Kundgebung in Berlin nur noch im Innendienst eingesetzt. Das teilte das Polizeipräsidium Schwaben Nord auf meine Anfrage hin mit: „Der von Ihnen angesprochene Vorgang ist uns bekannt und wird derzeit geprüft.“

Wolfgang K. ist (bzw. war) nach eigenen Angaben im Aufgabenbereich „Raub“ eingesetzt. Der Bayerische Rundfunk hatte vermeldet: „Bayerns Innenminister Hermann verspricht eine genaue Überprüfung der Auftritte von drei Polizisten aus dem Freistaat auf der Corona-Demo in Berlin. Alle drei sind laut Herrmann schon zuvor aufgefallen. Und es habe auch andere ,krasse Fälle‘ gegeben.“ Weiter heißt es: „Herrmann stellte klar: ,Ich ärgere mich über solche Kollegen.´“

Beachtenswert ist das Framing des „BR“. Etwa durch das Wort „verspricht“ vor „Überprüfung“. Neutral wäre „kündigt an“. Umgekehrtes Framing wäre „droht an“. Ebenfalls leicht framend ist „stellte klar“ statt neutral „sagte“. Hier wird mit Worten subtil Stimmung erzeugt.

Ich habe an das Ministerium folgende Anfrage geschickt: „Bitte teilen Sie mir mit, auf welcher Grundlage diese Überprüfung erfolgt, in welchem Stadium sie sich befindet, was genau den Beamten vorgeworfen wird, und welche ‘krassen´Fälle‘ es bisher gegeben hat.“ Die Antwort lautete wie folgt: “Die zuständigen Polizeipräsidien prüfen derzeit die privaten Auftritte der Beamten dienstaufsichtlich. Polizisten außer Dienst und auch noch im Ruhestand unterliegen der Treuepflicht und müssen bei politischer Betätigung die notwendige Mäßigung und Zurückhaltung zeigen. Die betreffenden Polizisten sind bereits in der Vergangenheit bei Versammlungen aufgetreten und haben dort ihre Thesen vertreten.”

Ebenfalls aufgetreten in Berlin ist neben dem Beamten von der Augsburger Kriminalpolizei ein fränkischer Polizist, der bereits in Augsburg bei einer Anti-Corona-Demo sprach. Gegen ihn wurde ein förmliches Disziplinarverfahren eingeleitet und auch er wurde versetzt, damit er keinen Bürgerkontakt mehr hat. Ein Beamter aus Hannover wurde nach einem Auftritt in Dortmund suspendiert und bei ihm fand eine Hausdurchsuchung statt. Nach seinen Angaben war diese brutal und seine Partnerin wurde verletzt und traumatisiert (siehe hier).

Der dritte Beamte, der in Berlin auftrat, war ein pensionierter Polizist aus München (siehe hier). Auch sein Auftritt wird von der Polizei geprüft.

Im Folgenden dokumentiere ich die wesentlichen Passagen der Rede des Polizeihauptkommissars in Berlin auf der Tribüne am 29.8.2020 (anzusehen hier):

„Ich bin hier, weil meine rote Linie überschritten wurde.“

„In meiner Arbeit bei der Kriminalpolizei, ich bin für Raub zuständig, glaubt mir, da muss sauber gearbeitet werden, bei uns gibt es drei Pfeiler, Transparenz, genaue Aktenführung und Genauigkeit, und das fordere ich auch von der Politik in der Corona-Sache. Da kann man nicht einfach einen Virologen herziehen, ein RKI herziehen, und eine Pandemie ausrufen, und Hunderttausende von Toten voraussagen.“

„Was das schlimmste war: Dass man hier mit Angst und Panikmache gearbeitet hat, es gibt Millionen Menschen, die traumatisiert sind, und sich nicht mehr ohne Maske auf die Straße trauen. Das ist ein Skandal.“

„Wir haben in Deutschland 30.747 Intensivbetten, über 12.000 Betten sind in dieser angeblichen Pandemie gar nicht belegt, und jetzt haben wir im Moment 241 Corona-Verdächtige auf intensiv, das sind 0,78 Prozent. Und damit müssen wir uns von unseren Politikern anhören, dass eine zweite Corona-Welle auf uns zu rauscht.“

„Ich richte mein Wort an alle meine Kollegen in ganz Deutschland. Ich sage nicht, schließt euch an. Ich appelliere an eure Vernunft. Informiert euch aus allen Kanälen. Nicht nur Mainstream und Tagesschau. Auch aus alternativen Foren. Horcht auch mal Wissenschaftlern zu, die vielleicht sofort weggedrückt werden. Dann bin ich mir sicher, dann kommt ihr zu einer anderen Entscheidung und remonstriert.“


Bild: Screenshot YouTube
Text: red

8 Kommentare zu Kriminalkommissar darf nur noch Innendienst machen
    altersblond
    2 Sep 2020
    06:57
    Kommentar:

    Bei diesem Artikel funktioniert "Tagesbriefing....." und "Meine Bücher.....", warum das beim Artikel "Tumult vor dem Reichstag......" nicht klappt werdet ihr herausfinden müssen. Noch viel Arbeit, Boris, ich drück die Daumen. Und bitte das 'Tagesbeiefing' oben korrigieren, sieht wirklich blöd aus.

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    2 Sep 2020
    09:50
    Kommentar:

    Danke ?? Toller Bericht und mein tiefer Respekt für die Bürger in Uniform die sich öffentlich gegen eine solche Politik stellen, diese Menschen haben unserer aller Respekt verdient.

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    Anja Karsten
    2 Sep 2020
    11:50
    Kommentar:

    Vielen Dank für diesen, wieder sehr guten, Artikel. Leider war es bereits bei der Rede der Polizisten (und auch bei der des Grünen - Politikers) absehbar, dass sie degradiert werden. Es ist einfach unfassbar und traurig. Die Politiker und Promis,

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    Bernd Eck
    2 Sep 2020
    18:09
    Kommentar:

    Als Bürger würde ich mir wünschen, dass Politiker bei der Nicht-Angabe von Nebeneinkünften genau so schnell verfolgt und versetzt werden wie es hier geschieht. Beamte sind Bürger dieses Landes und warum sie nicht sagen dürfen, was gesagt werden darf und

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      M. Sachse
      3 Sep 2020
      13:39
      Kommentar:

      Ihren Wünschen schließe ich mich an.

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    M. Sachse
    3 Sep 2020
    13:38
    Kommentar:

    "„Ich richte mein Wort an alle meine Kollegen in ganz Deutschland. Ich sage nicht, schließt euch an. Ich appelliere an eure Vernunft. Informiert euch aus allen Kanälen. Nicht nur "Mainstream und Tagesschau. Auch aus alternativen Foren. Horcht auch mal Wissenschaftlern

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    Dominik Jonczyk
    4 Sep 2020
    11:26
    Kommentar:

    es ist schon immer so gewesen, dass "unbequeme" Beamte aus dem Rennen genommen werden, z.B. mittels psychiatrischer Gutachten, wie bereits geschehen: "Den vier hessischen Steuerfahndern Rudolf Schmenger, Marco Wehner sowie den Eheleuten Heiko und Tina Feser wurde in nahezu wortgleichen

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