Nach Massen-Aufläufen in Berlin: Die Corona-Katastrophe fiel aus

Es ist fast auf den Tag genau zwei Monate her, dass ich auf twitter ein Video von einer belebten Party postete mit folgendem Text: „Heute in Berlin-Kreuzberg – Party und Nähe wie vor Corona. Ich sehe nur zwei logische Möglichkeiten: Entweder das endet sehr böse. Oder die Infektionsgefahr ist geringer als gedacht. Hoffe, irgendjemand erklärt mir eine dritte Möglichkeit, die ich nicht sehe.“

Jetzt ist die Aufklärung da. Und zwar ganz offiziell, von der Berliner Senatsverwaltung. Und exklusiv auf meiner Seite. Der Berliner-FDP-Abgeordnete Marcel Luthe hat zu der Party mit rund 1500 Teilnehmern bzw. ihren Folgen eine parlamentarische Anfrage an die Stadtregierung geschickt. Und ebenso zu der „Black Lives Matter“ Kundgebung am 6. Juni auf dem Alexanderplatz, bei der 15.000 Menschen dicht an dicht und fast ausnahmslos ohne Mundschutz und unter völliger Missachtung der Corona-Regeln gegen Rassismus demonstrierten und dabei auch mit massiver Gewalt die Polizei attackierten (siehe hier mein Video von der Kundgebung).

Die Antworten der Stadtregierung sind überaus interessant. Zu der „Boots-Party“ – einer Bootsdemonstration gegen die durch die Verordnungen des Senats verursachten bzw. drohenden Insolvenzen der Berliner Clubs – fragte Luthe: „Wie viele dieser Teilnehmer sind nach Kenntnis des Senats nach der Teilnahme an dieser Veranstaltung wann (taggenau) positiv auf das COVID-19-Virus getestet worden?“

Die Antwort des Senats: „Dazu liegen dem Senat keine Zahlen vor.“

Zu der gleichen Frage zu der Kundgebung mit 15.000 Menschen am 6. Juni ohne alle Sicherheitsabstände und mit nur sehr wenigen Masken antwortete der Senat identisch: „Dazu liegen dem Senat keine Zahlen vor.“

Auf die Frage, wie sich die Zahl neu positiv getesteter Personen zwischen dem 31.05. und dem 13.07.2020 in Berlin entwickelt, hat, antwortete die Regierung mit folgender Tabelle:

Könnte man theoretisch noch den Anstieg am 18.6. und 19.6. auf die “Boots-Party” oder die Demonstration zurückführen, so ist das doch kaum wahrscheinlich. Denn die Behörden versuchen ja Infektionsverläufe zu ermitteln, und zumindest bei einigen Infizierten wäre wohl eine Teilnahme an der Boots-Party bekannt geworden – aber dem Senat liegen ja nach eigener Auskunft “keine solchen Zahlen vor”. Auch wenn man beachtet, dass die Inkubationszeit zwischen zwei und vierzehn Tagen liegt, deutet die Entwicklung der Fallzahlen nicht darauf hin, dass eine der beiden Veranstaltungen ein so genanntes “Spreader-Event” geworden ist, also zu einer massenhaften Ansteckung führte.

Luthe fragte auch nach den Fallzahlen in den Krankenhäuser: “Wie hat sich die Zahl neu positiv getesteter Personen, die danach stationär in einem Krankenhaus behandelt worden sind, in Berlin entwickelt?”, und wie “die Zahl neu positiv getesteter Personen, die danach stationär intensivmedizinisch in einem Krankenhaus behandelt worden.”Die Antwort der Senatsverwaltung: “Für die Kalenderwochen 23 bis 28 ist zu erkennen, dass sich die Anzahl der Hospitalisierungen insgesamt sowie die Anzahl der intensivmedizinischen Fälle auf niedrigem Niveau befinden.

Die Anzahl der Hospitalisierungen sowie die Anzahl der intensivmedizinischen Fälle beschreibt nicht die Neuaufnahmen, sondern die Anzahl der in der jeweiligen Kalenderwoche in den Berliner Krankenhäusern versorgten Patientinnen und Patienten.

„Statt hysterischem Alarmismus ist es stets Aufgabe der Parlamente, nüchtern Tatsachen herauszuarbeiten”, mahnt Luthe im Gespräch mit “reitschuster.de”: “Die Zahlen zeigen keinerlei signifikante Anstiege in Folge der Veranstaltungen, zumal bei einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen natürlich auch niemand nachvollziehen kann, wer sich im Rahmen der Demonstrationen wann und wo angeblich angesteckt habe, wie auch der Senat selbst einräumen muss. In einer Demokratie ist der Bürger der Souverän. Ihm muss – gerade jetzt – jede einzelne Frage beantwortet werden, damit er sich ein eigenes Urteil auf Grundlage von Fakten über das Regierungshandeln bilden kann. Alles andere wäre autokratisch.“



Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: OpenClipart-Vectors/Pixabay, Freepik / Ekaterina QuehlText: red

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