Rot-grüne Säuberungen


Was haben der Troja-Forscher Heinrich Schliemann, der Amerika-Entdecker Christoph Kolumbus, der Philosoph Arthur Schopenhauer, der Medizin-Nobelpreisträger Robert Koch, die Reichskanzler Gustav Stresemann und Otto von Bismarck, die Dichter Heinrich von Kleist und Erich Kästner, der Industrielle Otto von Siemens und der erste Bundespräsident Theodor Heuss gemeinsam? Es ist schwer zu erahnen, und wenn man es erfährt, ist es noch schwerer zu begreifen: All diesen Männern werden Äußerungen und Aktivitäten vorgeworfen, die für heutige Verhältnisse als unkorrekt gelten - jedoch zu den Zeiten, als diese lebten, durchaus gängig waren. Deshalb finden sich die Genannten auf einer Liste, die das Münchner Stadtarchiv und einige Historiker zusammenstellten. Sie hatten auf Initiative der lokalen SPD und Grünen den Auftrag bekommen, diejenigen Menschen herauszufinden, nach denen Straßen in der bayerischen Hauptstadt benannt sind, und die sich irgendwann politisch nicht korrekt verhalten haben.


Laut Berichten kreiden die Historiker etwa Strauß an, er habe sich in afrikanischen Ländern von den dort Regierenden hofieren lassen und bei Jagdsafaris auf Antilopen geschossen. Im Falle von Kolumbus gilt der Zucker- und Sklavenhandel als Ausschlusskriterium, beim Reichskanzler Bismarck rassistische Tendenzen. Allerdings haben diese drei Männer noch Glück: Sie stehen nicht auf der Liste mit Namen, bei denen über eine Umbenennung diskutiert werden soll, sondern nur auf der, für die "Erläuterungen" auf zusätzlichen Tafeln zum Straßenschild vorgeschlagen sind. Insgesamt werden solche "Erläuterungen" bei 330 Personen, nach denen Straßen benannt sind, angeregt, bei weiteren 40 soll "Diskussionsbedarf" herrschen - hier steht also eine Umbenennung im Raum.


Die Entscheidung liegt nun beim Münchner Stadtrat, der im März neu gewählt wird. Der Fall ist alles andere als eine Ausnahme. Und zeigt, wie weit der linke Kulturkampf in Deutschland inzwischen gediehen ist. Dass Männer wie Erich Kästner, der zusehen musste, wie die Nationalsozialisten seine Bücher verbrannten, heute als "belastet" angesehen werden, ebenso große Demokraten wie der erste Bundespräsident Theodor Heuss, macht deutlich, wie viele Verantwortliche bei uns völlig ihre Bodenhaftung und ihren Sinn für Realität verloren haben. Schlimmer noch: Es entlarvt totalitäres Denken. Denn nichts anderes ist es, wenn man seine eigene Maßstäbe eins zu eins auf andere - und vor allem auch andere Zeiten - überträgt.


Es bleibt zu hoffen, dass die Grünen und Sozialdemokraten, so sie eine Mehrheit im neuen Stadtrat erhalten, Vernunft walten lassen. Allerdings ist diese Hoffnung nicht allzu groß. Vielleicht hält man Strauß in Wirklich ein Zitat von 1986 vor, das heutzutage fast prophetisch klingt: "Wenn die Bundesregierung Deutschland einen fundamentalen Richtungswandel in Richtung rot-grün vollziehen würde, dann wäre unsere Arbeit der letzten 40 jahre umsonst gewesen. (…) Das Leben der zukünftigen Generationen würde auf dem Spiele stehen. (…) Wir stehen doch vor der Entscheidung: bleiben wir auf dem Boden trockener (…) bürgerlicher Vernunft und ihrer Tugenden oder steigen wir in das buntgeschmückte Narrenschiff Utopia ein, indem dann ein Grüner und zwei Rote die Rolle der Faschingskommandanten übernehmen würden."


In Wirklichkeit geht es aber um mehr: Es geht um einen Kulturkampf. Den Versuch einer Entwurzelung, einen Kampf gegen unsere Traditionen, gegen das Werte-Fundament unserer Gesellschaft, um den Bau einer neuen Gesellschaftsform, die Durchsetzung von linker Ideologie. Nicht nach dem Marx´schen Lehrbuch, auch nicht nach den Rezepten von UdSSR und DDR, eher mit einer unheiligen Allianz aus globalisiertem Kapitalismus und linken Träumen. Wie sagte doch Angela Merkel in Davos: „Unsere gesamte Art des Lebens werden wir in den nächsten 30 Jahren verlassen“.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: Pixabay

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