SPD - wie linke Funktionäre eine Partei zur Polit-Sekte machen

Aktualisiert: Juni 5


Entstanden ist der Begriff "Antifaschismus" in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach der Machtergreifung Benito Mussolinis in Italien. "In Deutschland, wo die Kommunisten den Nationalsozialismus in Faschismus umbenannten, bezeichnete er vor 1933 den Zusammenschluss der Kommunisten gegen die erstarkende nationalsozialistische Bewegung; aber er richtete sich auch gegen die Sozialdemokraten, die von der KPDals ‘Sozialfaschisten‘ beschimpft wurden", schrieb die "Zeit" unter der Überschrift "Antifaschismus - ein deutscher Mythos" im Jahre 1991: "Stalin hatte gehöhnt, die SPD sei eine ‘Zwingburg des Faschismus‘. Ein Antifaschist war also gleichermaßen ein Gegner der Sozialdemokraten wie der Nationalsozialisten. Auch die Kinder lernten dies schon. In der KPD-Pionierzeitung erschien 1929 die Parole: ‘Verjagt die kleinen Zörgiebel von den Spielplätzen!‘"


Die "Zeit", heute das Zentralorgan des linksgrünen Zeitgeists, ist jeder rechten Stimmungsmache unverdächtig - auch wenn heute so ein Artikel wie der, aus dem dieses Zitat stammt, in dem Blatt kaum noch denkbar scheint. Dabei wäre er heute wichtiger denn je. Denn was die Sozialdemokratische Partei heute veranstaltet, ihre öffentliche Sympathie für eine linksextreme Bewegung, für deren geistige Urgroßväter sie selbst "faschistisch" war, ist entweder eine unglaubliche Dummheit und Ignoranz, oder eine Verhöhnung der Geschichte, und vor allem der eigenen. Wahrscheinlich ist es beides:


Solche Aussagen, so ein Flirt mit Linksaußen sind so abwegig, dass man kaum noch einen passenden Kommentar findet: Das Markenzeichen der Sozialdemokratie war seit dem Godesberger Programm von 1959 immer Einsatz für soziale Gerechtigkeit unter klarer Abgrenzung vom linken Extremismus. Mit dieser klaren Abgrenzung von Linksaußen wurde die SPD mehrheitsfähig. Ein Willy Brandt, ein Herbert Wehner, ein Helmut Schmidt: Sie alle rotieren wohl im Grab.


Mit ihrem Rechtfertigungs-Versuch machte es Esken nur noch schlimmer. "Antifa ist und bleibt für mich, wie der Duden sagt ein Kurzwort für Antifaschismus", sagte sie - offenbar in völliger Unkenntnis über die historische Belastung des Begriffs, der vor allem auch in der DDR massiv missbraucht wurde (die Berliner Mauer hieß im Propaganda-Jargon "antifaschistischer Schutzwall").


Aufrechte Sozialdemokraten wie Nils Heisterhagen widersetzen sich zwar:

Doch für solche nachdenklichen Töne wurde Heisterhagen von der radikal linken Funktionärskaste, die die einstige Arbeiterpartei feindlich übernommen hat, und ihren Claqueuren virtuell niedergebrüllt.

Alexander Marguier spricht im Cicero von einem „Schaulaufen der Inkompetenz, das selbst wohlgesinnte Parteibuchbesitzer nur noch ratlos am Wegesrand stehen lässt.“ Und weiter: „Der Highway in die politische Bedeutungslosigkeit führt jedenfalls für die SPD durch ein tiefes Tal, in dem die verzweifelten Rettungsrufe der Führungsfiguren nur noch im eigenen Echo verhallen. Es ist gespenstisch und traurig zugleich.“



Neben Esken arbeitete am Wochenende Familienministerin Franziska Giffey, die Frau mit dem Habitus einer Förderschullehrerin, wacker am Untergang der eigenen Partei mit. Wer Geld vom Staat bekommen wolle, „sollte im Gegenzug etwas dafür tun, die Lohnlücke zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu reduzieren, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken oder Frauen in Führungspositionen zu bringen“, forderte die Ministerin. De facto nichts anderes als die Instrumentalisierung der Krise für Genderpolitik und in etwa so, als würde die Feuerwehr nur noch zu Bränden ausfahren, deren Opfer alle Gleichstellungs-Vorschriften zu hundert Prozent erfüllen.


Dass für die Sozialdemokraten nicht das wirtschaftliche Überleben von vielen Tausenden Betrieben und die Rettung von Hunderttausenden Arbeitsplätzen Priorität ist, sondern die Antifa und ihre Gender-Ideologie, zeigt, wie sich diese Partei völlig von ihren 157-jährigen Geschichten und ihrer historischen Mission entfernt hat. Sie ist zu einer Polit-Sekte geworden. Und dabei übrigens auch mitverantwortlich für den Aufstieg der AfD, die zumindest teilweise in das Vakuum vorstößt, dass die lebensfremde, ideologiegesteuerte SPD-Führung geschaffen hat.

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Bild: SPD Schleswig-Holstein/flickr/(CC BY 2.0)

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