Teilauflösung der KSK: Krieg gegen die eigene Truppe?

Aktualisiert: vor 6 Tagen


Würde irgendein ausländischer Staat oder Geheimdienst sich die Aufgabe gestellt haben, die Bundeswehr gegen die eigene Führung aufzubringen - es ist kaum vorstellbar, dass er dabei „erfolgreicher“ hätte sein können als Ursula von der Leyen in ihrer Zeit als Verteidigungsministerin. Ihre Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer scheint jetzt in ihre Fußstapfen zu treten.


Die heutige Chefin der EU-Kommission hat es verstanden, den Soldaten ihr Urvertrauen in das zu nehmen, den sie schützen sollen: den Staat. Sie stellte die Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere, die sie eigentlich schützen sollte, faktisch unter Generalverdacht. Das ging soweit, dass sie im Rahmen des neuen Traditionserlasses die persönlichen Habseligkeiten von Bundeswehr-Angehörigen pauschal durchsuchen ließ. Und seien wir uns ehrlich: Wenn jemandem gerade ohne jedes Verdachtsmoment der Spind durchsucht wurde, um bei ihm nationalsozialistische oder andere verdächtige Symbole zu finden, erhöht das nicht gerade die Motivation der Truppe.

Die Gesinnungsschnüffelei ging bzw. geht so weit, dass Soldaten oder Offiziere bereits beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) erfasst werden, wenn sie sich des ungeheueren Verbrechens schuldig machen, Medien wie „Tichys Einblick“ zu lesen - das heute in etwa die Rolle spielt wie früher die Frankfurter Allgemeine Zeitung, aber von linken Glaubenskriegern als „rechts“ diffamiert wird.


Die neueste Eskalationsstufe im Krieg gegen die eigene Truppe: Nun soll das Kommando Spezialkräfte (KSK) teilaufgelöst werden. „Das KSK stellt im gesamten Einsatzspektrum der Bundeswehr reaktionsschnell einsatzbereite Spezialkräfte für weltweite nationale und multinationale Einsätze bereit“, so die interne Aufgabenbeschreibung des KSK. „Es hat den Anschein, dass sich eine Kultur und ein Nährboden für extremistische Tendenzen entwickelt haben“, heißt es nun im „Bericht der Arbeitsgruppe Kommando Spezialkräfte“: „Nun sollen alle Soldaten der zweiten Kompanie noch einmal genau auf ihre politische Gesinnung hin überprüft werden und dann auf die anderen Kompanien verteilt werden.“

Die Vorwürfe wiegen schwer. Allerdings bleiben sie in dem Bericht, der Grundlage für die einschneidende Entscheidung ist, merkwürdig vage. So massiv jede Form von Extremismus zu verurteilen ist - so offenkundig ist, dass heute bereits ein Abweichen vom linksgrünen Zeitgeist schnell als „Extremismus“ diffamiert wird. Insofern ist das Fehlen von konkreten Angaben im Bericht sehr merkwürdig. Haben die Soldaten wirklich offen Sympathien für Rechtsextreme? Das wäre schlimm und würde selbstverständlich Konsequenzen erfordern. Oder besteht ihr Verbrechen darin, dass sie Tichys Einblick lesen und Merkel kritisieren - was ja heute als „Hetze“ gilt und „rechts“ (=rechtsextrem)?

Handfest sind die Angaben bei einem Angehörigen des KSK, der offenbar Waffen und Munition entwendete. Das ist kriminell - aber nicht unbedingt extremistisch. Auch hier fehlt ein Nachweis in dem Bericht. Weiter heißt es, Kameraden hätten mit einer „Mauer des Schweigens“ reagiert. Auch damit ist nicht der Nachweis erbracht, dass sie nicht wirklich in Unkenntnis waren.

So bleiben bei mir nach - zugegeben schneller - Durchsicht des Berichts massive Zweifel an diesem selbst und an den einschneidenden Maßnahmen. Diese erwecken erneut in der öffentlichen Wahrnehmung den Eindruck, unsere Bundeswehr sei genauso potentiell rechtsextrem wie die Polizei. Man muss unwillkürlich an Ex-Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg von Maaßen denken, der erst kürzlich in einem Interview mit TE sagte: „Der Staat soll destabilisiert werden.“ Neben der Polizei ist mit der Bundeswehr eine zweite Säule unseres Staates unter Beschuss von denen, die sie eigentlich beschützen sollten: den Regierenden.


P.S.: Ein Insider berichtete mir über die Aufnahme der Entscheidung in der Truppe: "Eine erste Reaktion von Kameraden ist eine Art kopfschüttelnde apathische Teilnahmslosigkeit - einerseits sind die Vorfälle rund um das KSK sehr ernst und müssen bei Dienstvergehen geahndet werden - darüber sind sich alle einig. Andererseits fördern mediale Berichte nicht unbedingt das Vertrauen in eine entsprechende Aufklärung, sondern vertiefen eher die Abneigung (und das bereits über Jahre hinweg). Im Grunde hofft ein jeder nicht durch Unachtsamkeiten welcher Art auch immer ins mediale Kreuzfeuer zu geraten und einen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Die kopfschüttelnde apathische Teilnahmslosigkeit ergibt sich vor allem daran, dass einige von der eigenen Truppe enttäuscht sind, wobei sie aber genauso viele Informationen wie die anderen Nachrichtenzuschauer haben und sich wieder als Zielscheibe von einer verallgemeinernden Medienlandschaft und vorsichtigen Führung sehen."

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Bild: German Soldiers in the Military Parade, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

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