Warum selbst an linker Gewalt "Rechte" schuld sind...

Aktualisiert: Juli 17


Unsere Medien kranken daran, dass sie zu wenig auf die Menschen hören. Darum finde ich es wichtig, einen Gegenpunkt zu setzen. Und auch Stimmen "ganz normaler Menschen" eine Plattform zu geben. Hier ein Leserbrief, der mich nach meinem Beitrag über die Manipulationen bei der Berichterstattung zum Verfassungsschutzsbericht erreicht hat. Und den ich so bemerkenswert fand, dass ich den Absender bat, ihn veröffentlichen zu dürfen. Sicherheitshalber anonym. Der Leser erzählt, wie das Framing selbst bei der eigenen Enkelin unglaubliche Wirkung hat - und wie er sich als konservativer Mensch, dem jeder Extremismus fremd ist, in eine völlig falsche Ecke gedrängt sieht:


Ich habe gerade Ihren Artikel gelesen und darin bestätigt gefunden, was auch ich beim Anhören der ARD und ZDF-Berichte feststellte. Diese Manipulation der Zuschauer ist aber nichts neues. Bisher glaubte ich aber immer noch, dass man wenigstens in den Nachrichten einigermaßen fair und neutral informiert wird. Bei Kommentaren, Talkshows und ähnlichem hatte ich nicht mehr diese Erwartung. Hier dominierten eindeutig linke und grüne Ansichten, ob bei Illner, Will, Maischberger, Lanz oder anderen. Daran, welche Teilnehmer ausgewählt werden für diese Talkshow-Runden, konnte man das immer wieder feststellen.


Nun zur Manipulation in den Nachrichten, die ich persönlich erlebt habe und die nicht in angeblichen Fakemeldungen ihren Ursprung hatten. Es war im vergangenen Jahr. Ich hatte den Deutschlandfunk im Radio laufen. Um 7 Uhr morgens wurden in den Nachrichten Zahlen aus dem letzten Verfassungsschutzbericht gebracht. Zu diesem Zeitpunkt noch korrekt getrennt nach Delikten, die Rechtsextremen und Linksextremen zuzuordnen waren. Das hat aber offenbar den oberen Köpfen in den Sendeanstalten nicht gefallen. Denn ab den 8-Uhr-Nachrichten und dann den ganzen Tag über wurden zwar weiterhin die Zahlen zu den rechten Delikten genannt. Von linken Straftaten hörte man aber kein einziges Wort mehr!


Offensichtlich soll es für den naiven Radiohörer wohl so erscheinen: Keine Zahlen zu Straftaten von Linken, also gibt's bei denen sowas gar nicht. Fazit daraus: Die linke Seite ist sauber, wir brauchen die volle Anstrengung für den Kampf gegen Rechts.


Dazu noch eine kleine Anekdote: Meine Enkelin, gerade 14 Jahre und wie bei Kindern in diesem Alter üblich, politisch nicht gerade interessiert, sah gestern im Fernsehen Aufnahmen von den Links-Krawallen in Hamburg beim G20-Treffen. Bei der Unterhaltung mit ihr zu diesen Bildern erfuhr ich, dass sie glaubte, die gezeigten Chaoten seien alles Rechte. Auf meine Frage, woher sie denn das wüsste, dass das rechte Gewaltbereite seien, erfuhr ich von ihr: Nicht von Mama und Papa, auch nicht von der Freundin, sondern was man eben so in der Schule erfährt und im Fernsehen sieht. Da bekommt man doch ständig gezeigt, was die Rechten für schlimme Sachen begehen, folglich können die kriminellen Aktionen in Hamburg nur von Rechten begangen worden sein.

Für mich war das ein eklatantes Beispiel dafür, wohin dieser blinde Kampf gegen Rechts bei Kindern führen kann, begünstigt durch unsere honorigen Medien. Mich empört das sehr, dass man selbst in den Nachrichten nicht vor solchen Falschmeldungen zurückschreckt. In der DDR war das Alltag, da war man allmählich daran gewöhnt. Aber heutzutage in der Bundesrepublik ähnliches zu erleben?


Ich glaubte zuerst noch, dass es an einigen übereifrigen linken Gutmenschen beim Deutschlandfunk lag, die die Nachrichten so frisieren ließen und versuchte es danach beim ZDF und auch bei der ARD. Hier genau das gleiche: Zahlen zu rechten Straftaten über den ganzen Tag, von Linken kein einziges Wort. Ich finde es schlimm, dass solche Vorkommnisse keine Ausnahmen mehr in unserer Medienpolitik sind, man sich aber gleichzeitig als Gralshüter von Demokratie und Seriosität gebärdet.


Zum Schluss möchte ich aber noch hervorheben, dass ich Straftaten von rechter Seite keinesfalls relativieren möchte. Ich hab keinerlei Verständnis für Nazimorde, Neonazis mit Hakenkreuz, wirklichen Rassisten usw. Ich fühle mich als Konservativer und habe so manches an deutscher Politik in den letzten Jahren zu kritisieren. Aber das allein reicht schon aus, um in die rechte Ecke gestellt und diffamiert zu werden. Wer heut nicht links ist, muss zwangsläufig ein Rechter sein, denn konservativ bedeutet schon rechts (siehe Werte-Union der CDU). Und die Rechten, - nicht bloß die Rechtsextremen - müssen bekämpft werden. So höre und lese ich es täglich in den meisten Medien. Das gilt dann zwangsläufig auch mir, einem normalen Bürger, dem aber die linke verlogene Gesinnung fehlt.


PS von Boris Reitschuster.: Ich hatte vor einiger Zeit ein ähnliches Erlebnis mit einer Teenagerin, deren Eltern ich ebenso wie sie sehr gut kenne. Sie sagte im Gespräch, die Berliner Mauer, die Toten dort und der Terror der Stasi seien doch von Hitler befohlen worden. Solche "Erkenntnisse" sind das Ergebnis der Berliner Schulbildung, in diesem Fall im Gymnasium. Dabei kommt das Mädchen aus einem Haus, in dem viel über Politik geredet wird, ihr Vater war mit ihr sogar in der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen. Aber auch da blieb offenbar hängen, dass die bösen Rechten an allem schuld sind. Das Linke böse sein können, konnte sich das Mädchen nicht mal vorstellen. Auf weitere Nachfrage stellte sich heraus, dass sie weder wusste, was eine Regierung ist, wenig Vorstellungen von Parteien hatte und von dem, was eine Demokratie ist. Das einzige was sie in diesem Bereich wusste aus der Schule, war: die AfD – das sind alle Nazis.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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