ARD: Das (Haß-)Wort zum Sonntag


Eine der wichtigsten Aufgaben von Kirche, vor allem in der heutigen Gesellschaft, ist es, Brücken zu bauen, für Ausgleich und Verständigung zu sorgen. Das ist auch einer der Gründe dafür, warum die öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Sender den Kirchen besondere Vorrechte gewähren, etwa durch die Sitze in den Fernsehräten, oder durch Kirchen-Sendungen. Eine dieser Sendungen, prominent platziert, ist das Wort zum Sonntag, das jeden Samstag Abend im "Ersten" ausgestrahlt wird, also in der ARD, und damit wohl mit einem Millionenpublikum rechnen kann.


Umso erstaunlicher ist, wie die Sendung inzwischen aussieht. Was die ARD-Pastorin Annette Behnke diesen Samstag in die Kameras sprach (anzusehen hier), grenzt an Volksverhetzung; man kann zumindest Passagen ihres Auftritts schwer anders bezeichnen denn als eine "Haßpredigt" - und das ausgerechnet im vermeintlichen Kampf gegen Haß. "Wir müssen die Parlamente stürmen in denen Neofaschisten sitzen, die uns in Schreckstarre verfallen lassen wie das Corona-Virus", sagt die Pastorin mit starrem Blick und fanatischem Habitus.


Sie macht damit zum einen klar, dass sie mindestens die AfD, aber möglicherweise auch Teile von CDU und FDP - die ja neuerdings auch so diffamiert werden - für "Neonazis" hält - und vergleicht sie mit einer schweren, hoch ansteckenden Krankheit, ja einem Virus. Politische Gegner mit Krankheiten zu vergleichen ist eine Methode aus der Giftküche der totalitären Regime, die man von den Nationalsozialisten und den internationalen Sozialisten kennt. Wer in einer Demokratie so spricht, verstößt gegen deren elementarste Grundregel - einem Mindestmaß an Respekt oder zumindest Toleranz gegenüber dem politischen Gegner, einem absoluten Tabu, ihn zu entmenschlichen, etwa durch Vergleich mit einer Krankheit. Wer genau das tut, also die Sprache des Totalitarismus verwendet, und das noch dazu im Namen des Kampfes gegen Hass und Hetze, ist unerträglich zynisch.


Wer dann auch noch als Vertreterin der Kirche zum Sturm auf demokratisch gewählte Parlamente aufruft, offenbart damit eine zutiefst undemokratische Gesinnung. Besonders frappierend ist, dass die Fernsehpastorin all das im Namen der Barmherzigkeit tut. Und dabei auch noch dreist manipuliert. Die Verantwortung für die Krise an der griechisch-türkischen Grenze gibt sie Erdogan und der EU in gleichem Maße - eine dreiste Manipulation. "Jedem Europäer und jeder Europäerin sollte sich Tag und Nacht der Magen umdrehen", fordert Behnke im Stile einer mittelalterlichen Angstpredigerin. Warum? Weil uns Erdogan erpressen will? Vor lauter Gesinnung blendet sie völlig aus, dass ein Nachgeben der EU gegenüber der Erpressung dazu führen würde, dass Erdogan noch mehr Menschen an die Grenze verfrachten würde - mit noch verheerenderen Folgen. Aber solche rationalen Töne sind nicht zu hören bei der Pastorin. Die Kirchen-Sendung ist Agitprop: Agitation und Propaganda.


Leider wird nicht nur im "Wort am Sonntag" derart manipuliert: Die 20-Uhr-ARD-Tagesschau sprach am Sonntag von "Tausenden, die lange ausharren auf den griechischen Inseln in Kälte", zeigte dann frierende, winterlich warm eingehüllte Menschen: "Kinder, Alte, Schwangere." Die Temperatur in der Ägäis am Sonntag: Bis zu 20 Grad, nachts bis zu 16 Grad laut wetter.com.


Pastorin Behnke sagte in die Kamera: "Ich könnte kotzen." Ich auch. Was die Pastorin und mit ihr die ARD betreibt, ist das Gießen von Öl in das Feuer einer ohnehin gespaltenen, vor massiven Verwerfungen stehenden Gesellschaft. Es ist Aufwiegelung und Hetze im ursprünglichen Sinne - nicht in dem heute gebräuchlichen, der auf den Missbrauch des Begriffes durch die Nationalsozialisten und DDR-Sozialisten zurückgeht und jede Kritik an der Regierung und den Zuständen in der Gesellschaft als "Hetze" diffamiert (in der DDR: "staatsfeindliche Hetze"). Die Pastorin und die ARD zündeln. Besonders bitter ist, dass man dieses Zündeln und diese Propaganda auch noch aus eigener Tasche bezahlen muss - über die Fernsehgebühren.


P.S.: Jeder der sich sachlich äußern möchte, kann das gerne hier tun: ARD-Beauftragter für das evangelische Wort zum Sonntag Stephan Born Emil-von-Behring-Straße 3 60439 Frankfurt Tel.: 069-58 09 81 58 Email: wort-zum-Sonntag@gep.de

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, besagt ein chinesisches Sprichwort. In Deutschland 2020 braucht man dafür eher einen guten Anwalt.

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Bild: ARD/Screenshot

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