Ein Jahr in der Hölle

Noch nie hat mich ein Händedruck so berührt wie der gestern mit Wladimir Schemtschugow. Wo früher seine Hände waren, hat er heute Prothesen. Er kämpfte im Widerstand gegen die russische Besetzung der Ostukraine, war ein Jahr in Kriegsgefangenschaft, wurde misshandelt, und wird jetzt in Köln auf Kosten der Bundesregierung behandelt. Von dort kam er gestern zu meinem Vortrag extra nach Gießen. Er ist ungebrochen, voller Energie. Ich kämpfte mit den Tränen, als er seine Geschichte erzählte; ist unfassbar. Ich will sie in Kürze aufschreiben und dann auch hier teilen.*

 

 

*) Als Schemtschugow nach Deutschland kam, dachte er, als Augenzeuge der Schrecken in der Ostukraine würde er ein gefragter Ansprechpartner für die Medien sein. Er hat viele angeschrieben, und niemand wolle mit ihm sprechen, klagt er.

PS: Es war bitter, dass ausgerechnet vor den Augen Schemtschugows ein renitenter Mann versuchte, den Vortrag zu stören und schließlich fast noch einen anderen Teilnehmer attackierte. Dafür kam er mit einem bemerkenswerten Vorwurf: Dass den ganzen Abend die meiste Zeit ich gesprochen hätte, und auch noch zu viel über Russland statt die USA. So was sollte man einkalkulieren, wenn man zu einem Vortrag geht. Noch dazu zu einem, bei dem es um Russland geht.

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