Nach Party–, Bahn- und Strandszene jetzt „Familienszene“ 50 Polizeistreifen wegen Gewalt-Eskalation bei Familienfeier im Einsatz

Sage und schreibe fast 50 Streifenwagen der Polizei mussten anrücken, als in der Nacht auf Sonntag gegen 1:50 Uhr eine große Familienfeier in Hasbergen im Landkreis Osnabrück eskalierte. „Zahlreiche Gäste“ seien „aus noch ungeklärter Ursache in Streit“ geraten und „aufeinander los“ gegangen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Osnabrück: „Es entwickelte sich hierbei eine wüste Schlägerei, die sich in den Außenbereich auf die Rheiner Landstraße verlagerte und an der etwa 50 Personen beteiligt waren. Passanten riefen daraufhin die Polizei, die letztendlich erst mit einem Großaufgebot von knapp 50 Streifenwagen die Schlägerei beenden konnte.“

Es mussten Beamte aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen, Oldenburg und von der Bundespolizei angefordert werden. „Bei dem Einsatz wurden zwei Beamte der Osnabrücker Polizei leicht und ein Beamter schwer verletzt“, so die Polizei: „Zu Verletzten in den Reihen der Feiernden liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. Drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 23 und 52 Jahren wurden als mutmaßliche Haupttäter in Gewahrsam genommen. Gegen sie wird nun wegen Widerstandes gegen Vollsteckungsbeamte, Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Zudem wurden ein Verfahren wegen des Verdachtes auf Landfriedensbruchs eingeleitet.“

Bemerkenswert: In dem Polizeibericht wird ebenso wenig wie in den meisten Medienberichten über die Identität der Tatverdächtigen geschrieben. Bei Recherchen im Internet fand ich auf die Schnelle nur bei der Bild-Zeitung Klartext: Demnach handelte es sich um eine Feier von 50 Sinti und Roma. Dass dies sowohl die Polizei als auch fast alle Medien verschweigen, wie etwa der gebührenfinanzierte NDR, ist bemerkenswert. In diesem Falle besteht nämlich sehr wohl öffentliches Interesse an der Identität der Tatverdächtigen: Dass Familienfeiern derart eskalieren, war jahrzehntelang zumindest unüblich in der Bundesrepublik. Insofern löst die Nachricht von solchen Exzessen bei vielen Menschen die berechtigte Frage nach Details aus und danach, wer hier so massive Gewalt und so einen riesigen Polizeieinsatz auslöste. Das Verschweigen und Wegsehen zeigt, wie weit sich viele in Medien und Politik von der Lebenswirklichkeit in Deutschland entfernt haben – wenn sie nicht einmal mehr verstehen, was für Fragen so eine Nachricht von einer solchen Eskalation bei einer Familienfeier auslöst. Das Schweigen ist in diesem Fall schlicht absurd. Und dumm. Es führt zu einem massiven Vertrauensverlust in Polizei und Medien. 

Ausgerechnet die Bild-Zeitung wird massiv angegriffen von Medien-Kollegen, weil sie in solchen Fällen als eines von wenigen Medien Ross und Reiter nennt. Dass diese Tugend inzwischen im Journalisten-Milieu diffamiert wird, sagt sehr viel über den Zustand unserer Medien aus. Ideologie frisst Hirn. Und führt zum Selbstmord einer ganzen Branche.

PS: Auch in Nürnberg kam es am Wochenende zu einer Massenschlägerei, mit rund 100 Jugendlichen. Zwei Gruppen mit jeweils rund 40 Personen schlugen laut Polizei aufeinander und brüllten sich gegenseitig an. Weitere 20 Jugendliche feuerten die Prügelnden an. Ob es sich dabei um die örtliche „Partyszene“ handelte, war den Medien- und Polizeiberichten nicht zu entnehmen. Ich habe eine entsprechende Nachfrage an das Polizeipräsidium Mittelfranken gestellt.


Bild: Matt Gush/Shutterstock
Text: red


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39 Kommentare zu Nach Party–, Bahn- und Strandszene jetzt „Familienszene“
    Gast
    27 Sep 2020
    20:02
    Kommentar:

    Medien und auch Polizei schreiben doch schon lange nicht mehr, wer sich da betätigt hat. Übrigens auch nicht bei Meldungen über Nürnberg. Auch da kann man wieder nur mutmaßen und liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht verkehrt.

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    RUDI
    27 Sep 2020
    20:06
    Kommentar:

    Und ich befürchte das das noch schlimmer werden wird, mit den Partys . Solange die Medien nich darüber berichten, wird sich auch leider bei den Bürgern nichts tun . Armes Deutschland ! ! !

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      Tobi
      27 Sep 2020
      22:06
      Kommentar:

      Bei den "Familienpartys" würde ich als Polizei gar nicht einschreiten. Einfach nur weiträumig absichern, damit nicht Unbeteiligte zu Schaden kommen und ansonsten sollen die ihren Disput untereinander gemütlich ausmessern. Danach schauen, was sich noch bewegt und aufräumen ...

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        RUDI
        27 Sep 2020
        22:23
        Kommentar:

        Gute Idee, das sollte man mal versuchen .

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        Uwe Krahmer
        27 Sep 2020
        22:59
        Kommentar:

        Und die, die sich noch bewegen gleich abschieben.

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        Charlott
        28 Sep 2020
        01:40
        Kommentar:

        Ich dachte in der BRD gilt das Verursacherprinzip. Zumindest gab es das früher mal.

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          Hermann
          13 Oct 2020
          07:24
          Kommentar:

          Ich habe das Verursacherprinzip nirgends im Gesetz gefunden. Ich habe echt gesucht. Kann mir bitte jemand sagen, wo das steht?

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        Felizitas
        28 Sep 2020
        17:36
        Kommentar:

        Diese Antwort gefällt mir ausgesprochen gut! Beifall! Die Polizei muss nicht mehr den Kopf hinhalten und von den "Feiernden" kann Niemand der Polizei "Rassismus" vorwerfen!

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        Vikinger
        28 Sep 2020
        22:13
        Kommentar:

        Da kann ich Ihnen nur recht geben Tobi. Sollen sie sich doch ihre Sinti-Fressen gegenseitig einschlagen. Was um aller Welt will die deutsche Polizei da schlichten. Aber gut, die Versorgung der Verletzten bezahlt natürlich letztlich der Steuerzahler. Arbeitsausfälle bei dieser

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    Dagmar Hansen
    27 Sep 2020
    20:34
    Kommentar:

    Fünfzig Streifenwagen müssen anrücken, um eine wüste Schlägerei von fünfzig Personen auf offener Straße zu beenden? Beamte aus NRW, Oldenburg und der Bundespolizei mussten angefordert werden? Mit wievielen Beamten ist ein Streifenwagen im Durchschnitt bestückt? Ganze vier Leute als Haupttäter

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      Bernd Steiner
      28 Sep 2020
      06:47
      Kommentar:

      Von Oldenburg nach Osnabrück sind hin und zurück 220 KM und 3 Std fahrt. Was soll das, ist die Polizei so ausgedünnt?

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      Dr. Goetze
      28 Sep 2020
      08:44
      Kommentar:

      Ihre "Innen" bei den Polizeibeamten und Gesetzeshütern können Sie sich hier sparen, Frau Hansen, zumal die Streitigkeiten doch wohl "draußen" stattfanden. Dieser Grünsprech bringt ein Geschmäckle in die Diskussion, das hier nicht hingehört!

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        Dagmar Hansen
        28 Sep 2020
        09:26
        Kommentar:

        Herr Dr. Goetze, ich schreibe, was und wie ich will und lasse mich sicher nicht durch Ihr oberlehrerhaftes Gebaren maßregeln. Ich bin durchaus für gendern, wo es mir gefällt, und wo ich es angebracht finde. Fünfzig Prozent der Bevölkerung, die

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          Romi
          28 Sep 2020
          12:21
          Kommentar:

          Dieses dämliche Binnen-I führt dazu, daß ich "Polizeibeamtinnen" lese. Ich erinnere mich, daß ich schon vor Jahren, als meine Tochter einen Elternbrief aus der Schule mitbrachte und darin zum ersten Mal die Anrede "Liebe Eltern unserer SchülerInnen" stand, ich mich

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          Helge Gramm
          29 Sep 2020
          21:03
          Kommentar:

          No comment

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    Paul J. Meier
    27 Sep 2020
    20:43
    Kommentar:

    Ein Blick nach Schweden, die uns diesbezüglich schon einen Schritt voraus sind, zeigt, dass dort die Situation so eskaliert, dass es mit verschleiern, beschwichtigen und verschweigen nicht mehr getan ist. Der Leidensdruck der indigenen Bevölkerung hat zu einem spürbaren Umbruch,

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    0
      Schnatterente
      27 Sep 2020
      20:59
      Kommentar:

      Die Schweden haben begriffen,also AUCH die Bevölkerung! Bei uns wird beides nicht passieren,wir Deutschen wehren uns nicht genug,sind uns nicht einig und der Regierung sind wir sowas von egal. Hauptsache,die Steuern sprudeln und wir können durch Aussetzen von Dublin 3

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    Hans Buschmann
    27 Sep 2020
    20:47
    Kommentar:

    Da war früher die amerikanische MP besser. Da hätten 4 gereicht um die ganze Bände zu"beruhigen". Aber die deutschen von oben gebremsten Weicheier nehmen doch nur die "Biodeutschen" ernst.

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    Bernd Eck
    27 Sep 2020
    20:59
    Kommentar:

    Es wurde doch schon angekündigt, die großen Leitmedien wg. Corona mit Steuergeld zu unterstützen (m.E. vor der Untergang zu retten). Ist ja anscheinend in der Vergangenheit auch schon auf indirektem Weg über sinnlose Werbung passiert. Bill Gates und Co. scheinen

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      Schnatterente
      27 Sep 2020
      21:01
      Kommentar:

      Das wird dem wohl am nächsten kommen!

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    Manne
    27 Sep 2020
    21:13
    Kommentar:

    Wie sagte der Quotenmigrant der GrünInnen Özdemir sinngemäß nach der Krawallmacht in Stuttgart in einer aktuellen Stunde im Bundestag, welche die AfD initiiert hatte...die Herkunft der Täter sei nicht von Belang, sonst käme es in letzter Konsequenz zu Zuständen wie

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    Hermann
    27 Sep 2020
    21:17
    Kommentar:

    Das ist irgendwie schon interessant, dass jedes Mal die Bild-Zeitung durchaus wieder einmal zumindest neutral berichtet. Das erste Mal habe ich davon vor mindestens sieben oder acht Jahren gehört und dies bei einem Interview von Professor Dr. Dr. Spitzer, der

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      Dr.Goetze
      28 Sep 2020
      08:51
      Kommentar:

      Die Bild-Zeitung hat in letzter Zeit des öfteren Ross und Reiter beim Namen benannt! und zwar unabhängig vom Inhalt der Berichterstattung, in "jede der beiden Richtungen"! Und das, obwohl sie doch vor wenigen Jahren noch als offizielles Nachrichtenblatt der Bundesregierung

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        Hans-Hasso Stamer
        13 Oct 2020
        00:48
        Kommentar:

        Ich könnte mir vorstellen, dass das am Chefredakteur liegt. Von dem habe ich nämlich einen bemerkenswerten kritischen Beitrag zur deutschen Außenpolitik mit richtig harter Merkel – Kritik bei achgut.com (!!!) gelesen. Er heißt Julian Reichelt. Der war mal Kriegsreporter. Ich

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    Thomas Potschka
    27 Sep 2020
    21:34
    Kommentar:

    Bei afghanischen Hochzeiten bereiten ggf. amerikanische Raketen der Feier ein Ende. Es ist also existenziell, zu wissen, wer da feiert

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    Maschinist
    27 Sep 2020
    22:10
    Kommentar:

    Würde man da die üblichen Corona-Bußgelder von 25.000€ pro Fall als Maßstab anzulegen, wären da jetzt 1,25 Millionen Euro fällig. Halbwegs gescheite Einsatzleiter holen das Ordnungsamt dazu und stellen in Amtshilfe erstmal alles sicher, was als Sicherheit dienen kann, Autos,

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    Leah
    27 Sep 2020
    23:08
    Kommentar:

    Der Grünen-Politiker Cem Özdemir fordert aktuell ein härteres Vorgehen gegen Rechtsextremismus. „Wer sich rechtsradikal verhält, muss den Atem des Rechtsstaates im Nacken spüren“, ( Zitat Samstagausgabe ' Mannheimer Morgen' ).…

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    Paulsen, Sönke
    27 Sep 2020
    23:34
    Kommentar:

    Aha, die Bild schreibt es also. Julian Reichelt sei dank. Allerdings wird der Chefredakteur in der deutschen Medienlandschaft angefeindet wie kein Zweiter. Friede Springer hätte ihn gern zurückgezogen, aber da sie Döpfner nun an die Macht gebracht hat, an der

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    Max Media
    28 Sep 2020
    00:26
    Kommentar:

    Das ist doch das gleiche wie bei der "Hochzeitsfeier in Hamm mit 500 Personen in Hamm" wo auch nicht gesagt wurde wer es war. Superspreader die eine ganze Region lahmlegten, aber es wird mal wieder verschwiegen was da nun gefeiert

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      Sabine Neuhäuser
      28 Sep 2020
      07:56
      Kommentar:

      Aber wehe, die bösen "Biodeutschen" hätten Hamm lahmgelegt!

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    Leah
    28 Sep 2020
    08:22
    Kommentar:

    @Max Media… .die verschwiegenen Identitäten werden damit gerechtfertigt, "rechter Hetze im Netz" zu vermeiden: https://www.rnd.de/panorama/rassismus-und-hexenjagd-nach-corona-ausbruch-in-hamm-EFDTVLZGPRA6NOAHUC6X6XRDNE.html

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    Armin Reichert
    28 Sep 2020
    08:52
    Kommentar:

    Lustig ist das Zigeunerleben, Faria, fariaho. Brauchen dem Kaiser kein Zins zu geben, Faria, fariaho. Lustig ist's im grünen Wald, Wo des Zigeuners Aufenthalt. Faria, faria, faria, faria, Faria, fariaho.

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    Helmut Sandmann
    28 Sep 2020
    11:43
    Kommentar:

    Wenn die Nationalitaet bzw. Herkunft von Verursachern nicht genannt wird gehe ich immer davon aus, dass es keine Deutschen waren, denn immer dann wenn Deutsche bei solchen Exzessen beteiligt sind wird dies explizit erwaehnt. 50 Streifenwagen, wozu dieser Aufwand, beobachten

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    Romi
    28 Sep 2020
    12:28
    Kommentar:

    Damit, daß verschwiegen wurde, daß es sich um Roma handelte, haben die ach so wohlmeinenden Medien meinen Verdacht auf eine ganz andere Gruppe gelenkt. Da man ja in letzter Zeit öfter über türkische Hochzeiten mit "Autokorsos" gelesen hat, dachte ich,

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      Stefan
      28 Sep 2020
      12:55
      Kommentar:

      Sie sollten das einfach mal positiv sehen. Als im Osten Sozialisierter wurden wir von Kindheit an durch unsere Eltern frühzeitig an das Phänomen des "Zwischen-den Zeilen-Lesens"herangeführt und haben deshalb keinerlei Berührungsängste mit diesem Lingo-Trick. Wäre vielleicht sogar ein neues Geschäftsmodell-

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    Wolf Köbele
    28 Sep 2020
    14:16
    Kommentar:

    Sonntags gehört (Papi) die Polizei mir (alter DGB-Spruch). Grad eben unter anderem auch dies gelesen: Gruppenschlägerei in Altötting: Mann mit Stichverletzung © dpa Gruppenschlägerei in Altötting: Mann mit Stichverletzung Aktualisiert am 27. September 2020, 10:18 Uhr Altötting (dpa/lby) - Bei

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    Wolf Köbele
    28 Sep 2020
    14:20
    Kommentar:

    "Sonntags gehört (Papi) die Polizei mir" (alter DGB-Spruch zur Einführung der 40-Stunden-Woche). So gestern in Altötting: Gruppenschlägerei in Altötting: Mann mit Stichverletzung © dpa Gruppenschlägerei in Altötting: Mann mit Stichverletzung Aktualisiert am 27. September 2020, 10:18 Uhr Altötting (dpa/lby) -

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    Rudi
    28 Sep 2020
    17:07
    Kommentar:

    Ist doch nicht alles Gold das in Merkels Augen glänzt.

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    Kise
    28 Sep 2020
    20:56
    Kommentar:

    Es kommt mir sehr surreal vor, aber etwas in der Art daraufhin Deutendes hatte ich mal erlebt vor ein paar Jahren, nachdem zwei Kinder sich prügelten in einer nicht genannten, gängigen Einrichtung. Um 18 Uhr abends, als einer der Polizisten,

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